20 März 2017

Runde Minibücher

 
Ein weiteres Projekt bei dem ich Coffeepads recycled habe: Minibücher – ich nenne sie CoffeeBooks.


Dafür trockne ich benutzte Coffeepads, nehme sie vorsichtig auseinander (der Kaffee kommt auf den Kompost) und bügle sie zwischen Geschirrtüchern.
Dann werden die Pads einseitig oder beidseitig mit deckender Farbe bestrichen (Acryl, Gesso, Lack, Gouache, Plaka … was gerade da ist). Das verhindert, dass beim Beschreiben Farbe durchzieht.
Ich falte sie in der Mitte und nähe sie mit der Hand zusammen.


Und dann kann man sie beschreiben mit kurzen Gedichten oder einem Gruß, oder etwas hinein malen.
Die Seiten fühlen sich leicht ledrig an und sind nach der Bearbeitung sehr stabil.


Eine schöne Ergänzung sind auch kreisrunde Seiten aus alten Büchern, Notenblättern oder Bildern.
Ein angenehmer Nebeneffekt: die Bücher duften später noch leicht nach Kaffee.

13 März 2017

Alles Ansichtssache

 
Wie das Brechen von Sehgewohnheiten und ein kleiner Perspektivenwechsel unseren Horizont erweitern kann.

»When you change your way to look at things the things you look at, change« Wayne Dyer


Ich habe an einer Fotoserie ausprobiert, wie meine Welt aussieht, wenn ich sie auf den Kopf stelle.
Die Bilder wirken anders, obwohl sie das Selbe zeigen. Nur eben um 180 Grad gedreht. Es ist irritierend und faszinierend zugleich. Und manchmal muss man genau hinschauen, was am Bild nicht stimmt.
Ich bin immer der Meinung, dass es meinen Horizont erweitert etwas entgegen meiner Gewohnheit zu tun und lasse mich einfach gern überraschen.


In Betty Edwards Buch „Garantiert zeichnen lernen“ habe ich das erste Mal vom Negativ Zeichnen gelesen. Betty geht davon aus, dass Menschen, die glauben nicht oder nur schlecht zeichnen zu können, in Wirklichkeit nur nicht richtig sehen können.

Zu dem Thema habe ich noch ein schönes chinesisches Sprichwort gefunden »Wir sehen, was hinter unseren Augen ist.« 

Wer einen Stift benutzen und damit zum Beispiel seinen Namen schreiben kann, der kann auch zeichnen. Wenn wir Motive auf den Kopf stellen und sie dann zeichnen geht es nämlich ganz einfach, weil wir das Gehirn austricksen. Das Bild wird abstrahiert, wir sehen die tatsächlichen Formen und nicht das, was uns unsere Erfahrungen zeigen (um das Gehirn zu entlasten).
Probiert es aus, es klappt ganz sicher. Die Übungen in dem Buch sind didaktisch ganz wunderbar aufgebaut. Etwas Zeit braucht das Durcharbeiten aber schon und es macht keinen Michelangelo aus jedem. Richtig hinsehen und viel üben ist mindestens so wichtig wie Talent.


Und »Warum du es auch ohne Talent schaffen kannst«, weiß Illustratorin Alexandra Schulz, die das Blog Papieraugen schreibt.


Mit Negativmalerei beschäftigt sich Brenda Swenson (und noch mit ganz viel anderem). Ihr Blog ist eine Fundgrube für Mal- und Zeichentechniken und sie erklärt sehr detailliert.


Illustratorin und Graphic Novel Künstlerin Line Hoven hat die Kunst in schwarzen Schabkarton zu kratzen auf ein besonderes Level gehoben Unsere Sehgewohnheiten staunen sich durch ihre Bilder. Ich hatte 2012 das Vergnügen an einem Workshop von ihr teilzunehmen.


Der holländische Grafiker M.C. Escher trieb es auf die Spitze. Seine 2D-Zeichnungen halten uns ganz wunderbar zum Narren. Man muss dreimal hinschauen um zu verstehen wohin ein Bild führt.


Ein ausführliche und gut verständliche Erklärung unserer Sehgewohnheiten liefert Prof. Dr. Jörg Roche in einem Text, der für den Unterricht gedacht ist.


Und zum Schluss noch ein Link zu einem kurzen Beitrag über Sehgewohnheiten im Zusammenhang mit Schönheitswahn aus dem Focus.

Nach meinem Blogartikel werdet ihr die Welt vielleicht mit anderen Augen sehen, zumindest ein ganz kleines bisschen. Denn jeder Moment, jeder Gedanke, jede Information und jede Erfahrung verändern etwas :-)

06 März 2017

Kalligrafie: Palmer Method of Business Writing

 
In diesem Semester haben wir im Kalligrafiekurs von Jasna Wittmann gelernt nach der Palmer Methode zu schreiben.


Diese Handschrift verbreitete sich in den USA seit Ende des 19. Jahrhunderts, sie wurde in den Schulen unterrichtet und löste damit die schnörkeligere Spencerian ab.
Das Schriftbild wirkt harmonisch und beim Schreiben kommt man schnell in einen Rhythmus.


Als wir die ersten Buchstaben geübt haben, dachte ich, dass ich das nicht gut hinbekomme. Es war etwas mühsam, meine Hand verkrampft und es hat auch keinen Spaß gemacht.
Bei anderen Schriften lernt man meist ganz neue Buchstabenformen, was auch viel Zeit und Übung braucht, aber da ist es normal, quasi bei Null zu beginnen. Diese Schrift ist der eigenen Handschrift aber viel ähnlicher und es ist, als ob man ganz neu anfangen würde zu schreiben. Der Kopf und die Hand muss die eigene Handschrift ausblenden. Und man muss natürlich üben, üben, üben, wie bei allen Schriften.


Am Anfang haben wir zwischen 4 Linien geschrieben:
2 der Linien haben die x-Höhe der Kleinbuchstaben a, e, i, o, u, c, m, n, r, s, v, w und x definiert – 1 Linie die Oberlängen der Großbuchstaben und der Buchstaben b, f, h, k, l – und 1 Linie die Unterlängen von f, g, j, p, q, y, z und einigen Großbuchstaben. Dazwischen gibt es noch eine etwas niedrigere Höhe für d und t und auch das p tanzt etwas aus der Reihe.
Charakteristisch für die Palmer-Handschrift sind die sehr kleinen Kleinbuchstaben, sie messen nur etwa 1/3 der Höhe der Großbuchstaben. sowie die Schräglage und die Weite.


Nach einiger Zeit hatte ich den Bogen dann raus und es machte immer mehr Spaß die Schrift zu schreiben.
Ich habe mit Bleistift begonnen, bin dann zum Fineliner übergegangen, dann zum Füller und jetzt schreibe ich sie mit der Spitzfeder.
Ein wenig fühlt es sich an, als wenn man eine Handschrift fälschen würde.

28 Februar 2017

Kennt ihr Austin Kleon?

 
Gerade hab ich mich wieder mit jemandem über die inspirierenden Bücher von Austin Kleon unterhalten. Und nun möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Austin Kleon ist ein Künstler und Autor aus Austin/Texas.



"Alles nur geklaut – 10 Wege zum kreativen Durchbruch" und "Show your work – 10 Wege, auf sich aufmerksam zu machen" sind vor allem für Kreative, die gern Social Media nutzen, sehr anregend. Ihr bekommt jede Menge handliche Tipps und Impulse um kreativ aktiver und später auch sichtbarer zu werden. Dabei ist der Schreibstil sehr locker, teilweise humorvoll und die vielen Illustrationen machen die Themen leicht zugänglich.



Abonniert am besten auch gleich seinen Newsletter, der immer freitags erscheint. Da gibt es jeweils 10 anregende Links zum Stöbern.


27 Februar 2017

Pink Martini Plakat

 
Nach 2 Jahren sind Pink Martini mal wieder bei uns. Sie sind nicht nur eine großartige Band, sondern ein, sich ständig veränderndes, musikalisches Kunstwerk.
Bei diesem Projekt gab es bereits ein sehr schönes Artwork aus Kanada, was von der aktuellen Pink Martini CD "Je dis oui!" stammt (hier links zu sehen).
Das Format ist bei uns in Deutschland aber ganz anders und wir haben einen anderen Fokus: Nicht der Tourtitel soll so groß gezeigt werden, sondern der Bandname soll in den Vordergrund rücken. In so einem Fall ist eine Adaption nötig.

Ich habe das vorhandene Druck-PDF in Photoshop auseinandergenommen und das Motiv neu aufgebaut. Die richtige Schrift war leicht herauszufinden und ich habe in Univers 39 alles neu gesetzt.

Pink Martini sind im April auf Deutschland-Tournee. Hier sind alle Termine und weitere Infos zu finden.

22 Februar 2017

Angeln in Angeln

 

Also ich bin ja kein Angler. Ich bin eher ein Finder. Am Strand ist kaum ein Stein vor mir sicher und jede Muschel wird zumindest mal geschubst.
Besonders spannend sind Dinge, die man nicht so oft am Meer findet. Alle Plastikteile sammel ich ein und werfe sie in die Mülltonne, damit sie beim nächsten Hochwasser nicht wieder ins Meer gespült werden und Tiere quälen oder umbringen – und irgendwann wieder in unserer Nahrungskette auftauchen.
Rundgeschliffenes Treibholz ist wunderbar, aber oft zu groß zum Mitnehmen. Rostige Metallteile – großartig! Das Meer schenkt Dingen eine besondere Patina. Also nie ohne Rucksack unterwegs sein :-)
Beim Strandspaziergang im Urlaub in Angeln fand ich eine Box, die mit Sand und rostigen Angelhaken gefüllt war. Was für ein Schatz für Kreativbastler!


Zuhause habe ich eine alte Zigarrenkiste (da hab ich immer diverse auf Vorrat) von innen mit einer Landkarte ausgekleidet, die den Fundort zeigt und einen Minikompass eingebaut. Auf den Deckel hab ich eine Seekarte geklebt und Oblaten. Die Angelhaken konnte ich dann an einem Bambusstock im Kasten aufhängen.


Die Schachtel steht gut, aber ich könnte sie auch an die Wand hängen. Da bin ich noch unschlüssig. Sie wird ihren Platz finden.

20 Februar 2017

Wenn Kunden zu Comic-Figuren werden

 
Der Auftrag lautete: »Wir brauchen eine ganz besondere Einladung – ein Heft mit Fotos, Infotext und einer Story mit kleinen Strichmännchen, Emojis oder so.« Dass ich meine Kunden gleich in Comicfiguren verwandele, damit hatten sie nicht gerechnet.

Wie geht man so ein Projekt an?

Zuerst hab ich überlegt, wieviel Platz und wieviele Bilder (Frames*) ich brauche um die Geschichte zu erzählen. Das ist ja recht flexibel, denn ich kann entscheiden wie groß die Bilder sind, welche Form sie haben, ob ich die Figuren in einzelnen Close-Ups* zeige oder zusammen in einem Frame*, ob es Überschneidungen oder Zooms* gibt ... das lege ich schon im Storyboard* fest.
* Film und Comic haben viel gemeinsam


Bei den Figuren habe ich erstmal geguckt, welche optischen Merkmale für sie charakteristisch sind, also betont werden, und was man alles weglassen kann – reduce to the max. Für die Innenseiten des Heftes gab es diverse Fotos, so dass ich Vorlagen für die Entwicklung der Charaktere hatte.
Dann habe ich ausprobiert welche Art von Mund, Nase und Augen jeweils stimmig ist und damit Gesichtsausdrücke von fröhlich, über pikiert, irritiert, genervt bis zu angriffslustig und wütig getestet. Die Frau ist mir gleich gut gelungen, am Mann hab ich länger getüftelt.

Emotionen darzustellen geht eigentlich ganz einfach: Münder und Augenbrauen werden deutlich verändert. Der wunderbare Austin Kleon hat dafür eine supereinfache Methode entwickelt, die auch für Sketchnotes und Visual Thinking sehr nützlich ist. Guckt mal hier.
Unzählige Möglichkeiten ergeben sich, wenn man dann noch verschiedene Gesichtsformen und Frisuren zeichnet.


Hier sind ein paar von mir gezeichnete Frauen und Männer als Beispiel.


Ich zeichne meist mit Bleistift oder Fineliner auf Papier. Hier wollte ich einen rauen, schnellen Strich und habe meinen Lieblingsbleistift, den Palomino Blackwing 602 genommen.

Als Basis habe ich eine Figur (ohne Gesicht) verwendet, die mir bei den ersten Entwürfen gut gelungen ist. Ich hab sie immer wieder auf dünnes Layoutpapier durchgezeichnet und dabei dann jeweils einen anderen Gesichtsausdruck eingesetzt.
Es ist viel für die Tonne entstanden, aber auch genug Materiel für den Comic. Natürlich kann man das auch viel einfacher haben: eine Figur einmal zeichen, einscannen und dann jeweils einen neuen Gesichtsausdruck einsetzen. Oder gleich am Tablet machen und copy & paste nutzen. Das finde ich aber bei weitem nicht so lebendig, wie eine Figur, die neu gezeichnet wurde. Und Übung kann ja sowieso nie schaden.

Die Frames, Sprech- und Denkblasen hab ich auch in verschiedenen Versionen gezeichnet.
Dann alles gescannt und in Photoshop in SW-Bitmaps umgewandelt, was den Strich noch etwas gröber macht und sich dann im Layoutprogramm gut zusammensetzen, einfärben und anordnen lässt.

Als Schrift habe ich vor allem die Computerschrift Desyrel genommen, auch wenn Handlettering für mich kein Problem wäre. Zum Problem wird es dann erst bei Text-Korrekturen, es müsste alles neu geschrieben und bearbeitet werden. Das ist mit Computerschriften deutlich effizienter. Auf dem Umschlag ist noch dezent die Schrift Jane Austen zu sehen.

Es ist insgesamt ein 12-seitiges Heft im Oktavformat (A6) geworden, so wie die kleinen Aufgabenhefte aus der Schule.


Vorab gab es noch ein digitales "Save-the-Date", denn das Heft gab es ja noch gar nicht, also hab ich in Photoshop eine Simulation gemacht, bevor ich überhaupt mit der Gestaltung und den Illustrationen angefangen hatte.

13 Februar 2017

Zu Besuch auf Schloss Gottorf

 

Letzte Woche staunte ich mich viele Stunden durch Schloss Gottorf in Schleswig: Kunst, Kultur, Kunsthandwerk, Architektur, Geschichte, Archäologie – ein Landesmuseum, was mit seinen verschiedenen Bestandteilen für die ganze Familie ein gutes Ausflugsziel ist.

Im Winter kann man zwar nicht alles besichtigen – Barockgarten und Globus, Reithalle und Kreuzstall waren geschlossen – aber man bekommt mehr als genug zu sehen.


Da ist zuerst mal das Schloss selbst. Ich war beeindruckt von der Schönheit einzelner Räume, dem Stuck, den Deckenformen, besonderen Details und Möbeln.
Besonders der Hirschsaal (früher ein Musik-/Tanzsaal) hatte eine spezielle Atmosphäre und Akustik. Die Decken sind schwarz bemalt, aber im Stil stark vergrößerter Zeichnungen. An den Wänden prangen plastisch-gestaltete Wildtiere vor gemalten Naturszenen – endlich mal keine toten Tierköpfe und Geweihe an der Wand. Der Plöner Saal strahlt dagegen leicht und hell in Weiß und Gold.
Es gibt eine schöne Jugendstilsammung und an Emil Nolde kommt man natürlich in Schleswig-Holstein auch nicht vorbei.

Das gigantische 1700 Jahre alte Nydamboot ist ein einem eigenen Gebäude links vom Schloss untergebracht.


Und die Galerie der Klassischen Moderne bietet so viel wunderbare Kunst, auch ganz aktuelle, dass man schon allein hier einen erfüllten Tag verbringen kann. In dem Gebäude ist auch ein Café.
Und dann gibt es natürlich immer wieder Sonderausstellungen.


Wenn ihr da mal in der Nähe seid, dann nehmt euch die Zeit für einen Besuch. Und danach geht ihr zur Belohnung dann lecker Fisch essen an der Schlei.

06 Februar 2017

#coffebreak #project

Am 1. Januar startete ich auf meinem twitter-Account KulturDesign mit dem Coffeebreak-Projekt. Bei diesem Kunstprojekt habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, jeden Tag ein benutztes Coffeepad auseinanderzunehmen und auf einer Fläche von 15x15 cm damit etwas Neues zu schaffen. Ganz spontan und frei, inspiriert vom jeweiligen Tag, dem Wetter, meiner Stimmung, einem Zitat ...
Oben seht ihr die 31 Coffeebreaks aus dem Januar.

Mit Teebeuteln, Zigarettenpapier, Algen und anderen hauchdünnen Collagematerialien arbeite ich schon länger. Seit ich so einen praktischen Kaffeespezialitätenautomat habe, fallen nun diese schönen runden Gewebe an und es wäre viel zu schade sie wegzuwerfen. Upcycling heißt das Zauberwort.

Ich habe auch kleine Bücher aus Coffeepads genäht, sie eingefärbt und viele Ideen für andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meinem Pinterest-Board habe ich ein paar Kaffee-Tee-Inspirationen gesammelt.

Ich dachte diese Dinger und auch Teebeutel bestünden aus Papier/Cellulose, aber meine Freundin Stephanie, die das Portal Plastikfreier Leben betreibt, hat mich aufgeklärt, dass auch da Plastik enthalten ist.Vielleicht gibt es bald welche ohne?

Demnächst Zeige ich euch, was ich gerade mit Teebeuteln mache :-)

30 Januar 2017

Make your own ... Sketchbook

 
Ich hatte lange ein bestimmtes Skizzenbuch. Da mir das Papier, die Verarbeitung, Größe und Preis so gut gefielen, hab ich vor ein paar Jahren einen ganzen Stapel davon gekauft. Einfach aus Angst, dass es das irgendwann nicht mehr gibt. Das perfekte Skizzenbuch ist nicht an jeder Ecke zu finden. Und was für den einen funktioniert, funktioniert nicht auch unbedingt für die andere.
Leider wurde irgendwann in der Produktion das Papier ausgetauscht. Es war nicht mehr für Aquarell oder Kalligrafie geeignet. Farben matschen durch, zerfließen nicht schön, es ist zu glatt, einfach billig und unangenehm.
Nun dachte ich erst, dass ich damit schon irgendwann zurecht komme oder mir das nur einbilde, aber ich hab mein aktuelles Buch immer seltener aufgeschlagen und irgendwann nur noch hinein geschrieben, nicht mehr gezeichnet. Ich war wirklich frustriert.


Jetzt habe ich mir selbst ein Skizzenbuch gebunden, was genau so ist, wie ich es will: außen graues Velour, innen rot ausgeschlagen, Stiftehalter, lange Klappen, 160 Seiten aus Vorsatzpapier, mit rotem Garn gebunden. Schließlich hab ich das doch gelernt. Danke, Marí!
Seitdem vergeht kein Tag mehr ohne Zeichnen und Experimente :-)

So sieht mein Buch geschlossen aus, Das Gummi, was den Füller hält geht durch beide Klappen, ist also gleichzeitig die Schließe. Das Velour ist eine selbstklebende Folie aus dem Baumarkt, die es mit verschiedenen Motiven gibt und die sich super verarbeiten lässt.

23 Januar 2017

»Venedig. Stadt der Künstler«

 
Gerade ging im Bucerius Kunstforum die Ausstellung »Venedig. Stadt der Künstler« zuende.
Es ging weniger um die Venezianische Schule, sondern um Werke, die zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert in der Lagunenstadt, oder inspiriert von ihr, entstanden sind.


Besonders schön fand ich Monets sanfte verschwommene Bilder, die das bunte Licht wunderbar einfangen.
Kandinsky hat seine Motive auf schwarzem Papier gemalt, was den Konturen einen besonderen Effekt verleiht.


Es gab Fotos, die die Stadt um 1850 vor der Touristenflut zeigen, die ja bereits um 1900 einsetzte und damals schon Besorgnis erregte – was für mich neu war. Wunderschöne Bilder voller Tiefe.
Bei einem meiner Besuche (2001) habe ich noch analog und explizit in Schwarz-Weiß fotografiert. Ich finde, dass das – oder ein leichter Duplex-Effekt – hier einfach am besten passt.


Den Kontrast zu den alten Fotos und Gemälden bildete eine stark gekürzte Dokumentation, die das heutige Leben in der Stadt zeigt (hier ist die lange Version von "Das Venedig-Prinzip" zu sehen). Die ursprüngliche Vitalität und Schönheit wurde inzwischen ertränkt von Touristenmassen, die mit gigantischen Kreuzfahrtschiffen die kleine Stadt an der Lagune fluten. Und zudem zerbröselt die morbide Pracht langsam, was leider kaum aufzuhalten ist.



16 Januar 2017

Das neue »Queenz of Piano« Artwork

 
Für die wunderbaren »Queenz of Piano« habe ich 2016 ein Logo, Plakate und Promotion-Folder gestaltet. Anne Folger und Jennifer Rüth wollen sich neu positionieren und es gab einiges zu tun.

Den 6-seitigen Folder im Wickelfalz haben wir 5c gedruckt, also 4-farbig Euroskala plus die Schmuckfarbe Gold. Ich fand die Kombination eines 4c-simulierten Goldtons mit einem Vollton-Gold dabei spannend, denn bei jedem Licht wirken die goldenen Partien unterschiedlich. Es ist ein dezenter, eleganter Effekt, da ich es nur in Details eingesetzt habe, wie bei Linien und einzelnen Wörtern.


Der Einleger mit den Tourdaten ist im Format etwas kleiner und aus dickem Transparentpapier. Wenn sich Daten ändern, dann muss nicht der ganze Folder neu gedruckt werden, sondern nur der Einleger. Eine effiziente Lösung.

Und hier seht ihr einige goldene Details und das neue Logo:
Die Silhouette der beiden im Klavierkorpus posierenden Künstlerinnen erinnert an Bond-Girls. Drama, Baby!