06 Dezember 2016

Hühnerhimmel

 
Dass ich mich gern mit Sternen, Planeten und Himmelsereignissen beschäftige, hat sich ja herumgesprochen. Meine neueste Entdeckung auf diesem Gebiet ist der »Hühnerhimmel« unserer nördlichen Hemisphäre (coelum gallus gallus).

Vermutlich ist er nur wenigen unter euch bekannt. Deshalb habe ich ihn einmal skizziert und die wichtigsten Sternbilder bezeichnet.

(Aquarellfarben, Maskierstift, weißer Gelstift)

21 November 2016

Hör auf deine lettische Oma!

 
Flat Fair 2016 ist vorüber. Wir sind happy. Unser erster gemeinsamer Markt war megaschön und ein voller Erfolg. Tolle Stimmung, tolle Leute, gute Verkäufe, schöne Gespräche, lecker Kuchen.
Ich hätte gern noch länger mit vielen wunderbaren Menschen gesprochen, die ich teilweise ganz lange nicht gesehen habe. Aber ich war nonstop in Action, kam kaum mal aufs Klo.
Alle sind sich einig: Flat Fair machen wir 2017 wieder :-)

Hier sind ein paar Impressionen von den Beteiligten, den Ständen und den Gästen an diesem besonderen Tag.


Die meisten wissen gar nicht, was ich, außer Grafikdesign, noch so mache. Es gibt eigentlich eher wenig, was ich NICHT mache. Hier konnte ich zumindest einen Teil davon zeigen. Keramik, Kalligrafie, Karten, Collagen, Illus, Schachteln, Leporellos, Schmuck, Gefilztes ... (für größere Holzarbeiten oder zum Fliesenlegen und Wändebemalen war leider kein Platz ;-)



Und was hat es mit der Oma auf sich?
Meine lettische Oma konnte sich nicht merken, dass ich Grafikdesign studiert habe. So hat sie dann allen erzählt, dass ihre Enkelin Keramikerin ist. Irgendwie hatte sie ja Recht, weil ich das auch mache seit ich klein bin. War mir nur damals nicht bewusst, dass ich es irgendwann auch gewerblich nutzen würde. Sie wusste mehr.


07 November 2016

Sivan Talmor Plakate

 
Die israelische Sängerin Sivan Talmor (The Voice Israel 2012) ist mit Sicherheit ein Ausnahmetalent. Ihre Stimme und Live-Bühnenpräsenz sind faszinierend, und das Album FIRE hat es der Kritik auch ziemlich angetan.

Wäre ich im Dezember im Kölner Raum unterwegs, dann würd ich mir das Benefizkonzert sicher nicht entgehen lassen. Sivan Talmor mit Gabby Young im Doppelprogramm! Und das in der Pampa in einem kleinen Saal. Bestimmt ein großartiger Abend.

Für die Plakate, die auch auf der späteren Tour genutzt werden, habe ich aus FIRE deutlich ICE gemacht. Zum neuen weißhaarigen Look von Sivan und den winterlichen Fotos passt es gut und setzt einen schönen Kontrast zur eigentlichen Bedeutung des Wortes. In den Konzerten wird man ganz sicher in alle Aggregatzustände versetzt und fließt am Ende glücklich aus dem Saal, während die Ohren noch rauchen.


Hier sind noch andere Entwürfe, die ich vorgeschlagen hatte. Aber der eisige gefiel allen Beteiligten am besten. Mir auch.

31 Oktober 2016

Mein kreatives Erfolgsteam

 
Vor genau 2 Jahren hatte ich eine richtig gute Idee (nicht, dass das sonst nie der Fall wäre ;-) Ich brachte ein paar besondere Menschen zusammen. Vielleicht ist das ja etwas, was in ähnlicher Art auch für euch gut passt.
Als alter Fan von Erfolgsteams war ich selbst Mitglied in welchen und habe, im Rahmen des Woman Entrepreneur Club, anderen geholfen ein Team zu gründen oder zu finden.
So schrieb ich also meine Auserwählten erstmal einzeln an:

Lieber XY; 

ich habe eine Idee und möchte sie mit Dir teilen. 

Mir schwebt eine sich unterstützende Gruppe kreativer Menschen vor, die sich alle 2 Monate an einem festgelegten Nachmittag/Abend bei mir trifft. 
Um: die eigenen Arbeiten oder Ideen zu bewundern, zu besprechen, wertzuschätzen, konstruktiv zu kritisieren, Brainstorming zu machen, Probleme zu lösen, Denkblockaden zu umschiffen, sich Motivation zu geben und zu holen, Feedback zu bekommen, seinen Horizont zu erweitern, zu plaudern. 
Nicht: gemeinsam kreativ sein, aber vielleicht schon mal planen eine Ausstellung zusammen zu besuchen, Kurse, Theater oder einen Ausflug zu machen. 
Eher eine Art kreatives Erfolgsteam, aber ohne die starren Regeln. Man kann also auch ohne »Hausaufgaben« kommen und einfach nur andere unterstützen oder Termine aussetzen, wenn es nicht passt. Die die kommen, sind die Richtigen. 
Verschiedene Disziplinen: Kunst(handwerk), Musik, Text … Menschen, die regelmäßig kreativ tätig sind oder es sein möchten. Pushing Creativity. 
Egal ob mal nur 1-2 kommen, oder 5-6. Schon eine eher kleine Runde, Vertrauen, Wachstum, Spaß. 

Ich hab gemerkt wie gut es ist sich mit ganz bestimmten Menschen kreativ auszutauschen und einige gehen jetzt den »Weg des Künstlers« von Julia Cameron oder kennen das Buch oder sind eine Bereicherung. Ich hab aktuell 6-7 Menschen auf dem Zettel, die gut passen würden und stelle die Gruppe behutsam zusammen. 

Ich möchte das erste Treffen im November machen. Finde Samstag gut, ca. 16-20 Uhr. also 1.11., 10.1., 7.3. … 
Hast Du Interesse? Ich würde mich freuen. 

Happy sunday 
Katja 

Alle sind gekommen und ergänzen sich tatsächlich sehr gut – und wir tun seitdem genau das, was vor 2 Jahren meine Vision war. Unser Arbeitstitel ist »Die Talentierten«.
Mal sind wir zu viert, mal bis zu neun. Ich kümmere mich immer um die Getränke und die Truppe bringt Leckereien mit. Auch darin sind sie kreativ.
Wir unterstützen uns und geben Feedback wo gewünscht und kleine Schubser oder etwas zum darauf Herumkauen, auch wenn nicht immer gewünscht. Wir lernen voneinander und wachsen mit unseren individuellen Herausforderungen. Manchmal setzen wir auch gezielt bestimmte Kreativtechniken ein, um Probleme zu lösen. Und manchmal springen wir in den See, wenn es auf der Picknickdecke im Sommer zu heiß wird.

Ein fester Bestandteil ist »Crazy Eieruhr« (oben im Bild). Er ruft zu Disziplin, damit wir nicht zuviel anderes bereden. Je nachdem wieviele wir sind wird die Zeit gerecht aufgeteilt. Und wer aktuell nichts zu bereden hat, der lässt es einfach. Durch den 2-Monatsrhytmus haben wir aber meist alle etwas zu berichten und sind neugierig auf die Entwicklung der anderen. Vor allem machen die Treffen sehr sehr viel Spaß.

Nun haben wir sogar ein gemeinsames Projekt: einen kleinen Markt auf einer Altbau-Etage. Wir haben ihn »FLAT FAIR - Besondere Geschenke« genannt. Es gibt viel zu gucken, zu schnacken und zu snacken (Kuchen).
Anhänger, Backmischungen, Becher, Bilder in allen Größen, Buttons, Fotoleinwände, Kalender, Kalligrafie, Keramikschalen, Leporellos, Lichtgläser, Ohrringe, Poster, Postkarten, Ringe, Schachteln, Siebdruck, Taschen, Verlängerungen, Weihnachtskarten …
Kommt vorbei und trefft uns da.
FLAT FAIR – 19. November, 13-19 Uhr, Lindenallee 59, 20259 Hamburg 





Ich kann es nur jedem ans Herz legen, so ein Team zu bilden, was wirklich gut zu euch und euren spezifischen Zielen passt. Diversität ist schön und macht oft Sinn – auch im Erfolgsteam. Aber ein tieferes gegenseitiges Verständnis für eure Branche hat große Vorteile. Und auch in so einem eher homogenen Team sind alle Mitglieder noch unterschiedlich genug um euch Unmengen von Inspiration zu liefern.

17 Oktober 2016

Flyer für exklusive Locations

 
Für diesen Flyer habe ich vom Kunden ganz wunderbar stimmungsvolle Winterfotos bekommen. Hier werden exklusive Event-Locations beworben – zauberhafte deutsche Schlösser.

Die ersten Entwürfe habe ich als 6-seitigen Wickelfalzflyer gestaltet, Endformat A5 hoch. Wir haben dann aber später einen Altarfalz genommen, wodurch das Endformat A5 quer entstand mit 2 Flügelseiten. Das passte besser zum sonstigen Corporate Design des Kunden.

Sich in ein bestehendes CD einzuarbeiten ist immer spannend. Als Designer muss ich viele Fragen stellen und bin immer froh, wenn es ein brauchbares Design Manual gibt. Wir benötigen einige Informationen, die uns eine Marketingabteilung nicht immer geben kann, da sie nicht unbedingt wissen was für uns relevant ist.
In diesem Fall lief die Kommunikation hervorragend.


09 Oktober 2016

Gabby Young Plakate

 
Die wunderbare Gabby Young kommt im Dezember für eine kleine Wintertour nach Deutschland. Die Plakate für »wide awake winter nights« habe ich gestaltet, als wir hier gerade um die 30 Grad hatten. Dafür habe ich mich ganz selbstlos mit Eisessen  in die passende Stimmung gebracht.
Wer Gabby mit feuerrotem Haar kennt muss zweimal hingucken. Momentan hat sie schneeweiße Haare.

Mein Lieblingsentwurf ist der bläuliche mit der rot-weißen Schrift. Die Schneeflocken sind zum Teil kleine winterliche Icons. Verspielte, überraschende Elemente, die ich auch in ihrer Musik wiederfinde.
Mit Gabbys neuem Schriftzug konnte ich mich nicht so ganz anfreunden, aber manchmal muss man eben Kompromisse machen :-)

07 Oktober 2016

Kalligrafie & Meer – Objekte

 

Wenn ich aus Collagen Faltleporellos mache, oder sie zerschneide und neu zusammennähe, dann kann ich sie entweder platzsparend ins Regal stellen, oder dekorativ an die Wand hängen. Diese Objekte sind beidseitige Collagen, d.h. ich kann sie auch mal andersherum aufhängen. Sie sind im Seezeichen-Workshop auf Sylt entstanden. Konzept und Intuition flossen munter ineinander.



Besonders gut gefällt mir die Jalousiebindung, die ich von Marí Bohley gelernt habe. Wichtig ist, dass man mit lichtechten Farben arbeitet, da sonst alles mit der Zeit verblasst. Auch die Qualität des Kleisters und des Leims spielt eine Rolle.


Ich hab auch noch Objekte gestaltet, die wie Mobiles frei im Raum hängen. Sie haben in der Mitte nur einen Faden, so dass sie sich im Windzug drehen.



Am Ende des Workshops hatten wir eine kleine Ausstellung und besonders unsere Wandobjekte kamen gut an. Ich war zwar nicht bereit meine zu verkaufen, da es sehr persönliche Erinnerungen sind, aber ich denke darüber nach so etwas als Auftragsarbeiten zu gelieferten Themen für Liebhaber künstlerischer Papierarbeiten zu gestalten.

19 September 2016

Das Haus am See

 

Ich weiß nicht, wie es euch damit so geht, aber für mich ist die Umgebung in der ich arbeite ein ganz wichtiger Faktor, der Einfluss auf meine Kreativität und die Qualität meiner Arbeit hat.
Ich finde es genauso wichtig an dem Ort zu arbeiten, der einem gut tut, wie mit und für die "richtigen" Menschen zu arbeiten – und wenn möglich auch noch im passenden Biorhytmus und mit Pausen. Das geht nicht immer, aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel :-)

Ich brauche viel Grün um mich herum oder die Möglichkeit Weite zu erleben. Das geht sehr gut am Wasser. Kreative Blockaden kenne ich kaum und ich kann mir vorstellen, dass das mit daran liegt, dass ich in der Umgebung bin, die mir gut tut.
Seit ein paar Jahren ist das das alte »Haus am See« in der Elbmarsch bei Hamburg. Hier ist es zu jeder Jahreszeit schön und ich kann drinnen und draußen arbeiten. Wenn ich Layouts und Skizzen mache, etwas zeichne, konzipiere oder Texte schreibe, dann bin ich dabei oft im Garten. Die Wolken spiegeln sich im See, die Vögel singen, ab und zu kommen die Hühner vorbei. Wenn euch so ein Ort auch reizt, dann könnt ihr ihn hier finden – ob für eine kleine Auszeit oder für entspanntes Arbeiten. Seit September vermiete ich Ferienzimmer und die ersten zufriedenen Gäste waren schon da. Guckt es euch mal hier an.

Und wo arbeitet ihr am liebsten?

13 September 2016

Kalligrafie & Meer – Happy waxing!

 
Ich hab eine neue Lieblingstechnik, die ich im Workshop auf Sylt kennengelernt habe. Dabei werden Motive mit heißem Wachs überzogen.

Wir haben zuerst auf Graupappe und Holzkörper Collagen gestaltet. Wichtig ist, dass der Untergrund nicht zu flexibel ist, Leinwand oder Papier wäre ungeeignet. Auf die Collagen haben wir dann noch etwas geschrieben und wo es passend erschien Farbe zugefügt. Unterschiedliche Strukturen wirken sehr schön, also ganz raue Kreide kombiniert mit klarem Fineliner.


Nach dem Trocknen haben wir dann Paraffin im Kochtopf sehr heiß werden lassen und mit einem breiten Pinsel zügig aufgetragen. Das Wachs muss flüssig und klar wie Wasser werden, denn dann hat es eine höhere Transparenz. Weniger heißes Wachs ist weißer, so dass vom Motiv darunter weniger zu erkennen ist.


Nachdem das Wachs dann fest ist, kann man etwas hineinritzen und in diese Bereiche vorsichtig Ölfarbe einarbeiten. Wasserbasierte Farben würden vom Wachs abperlen. Überschüssige Ölfarbe wird mit ölhaltigen Reinigungstüchern entfernt (Babyfeuchttücher gehen prima), so dass nur die Kratzer deutlich sichtbar sind.

Ich habe weiße oder schwarze Ölfarbe genommen. Der Effekt ist eine interessante Tiefenwirkung. Die Kratzer erscheinen im Vordergrund und Details in der Collage treten in den Hintergrund. Dazu sieht alles noch ganz schön unter Patina gealtert aus und Farben schmelzen sanft zusammen. Ein großer Spaß! Und ich habe viele Ideen, was ich mit dieser Technik noch machen möchte.

16 August 2016

Kinderkram: Kreativ-Projekt

 
In den Ferien hab ich ein paar schöne kreative Projekttage mit den Kindern veranstaltet.
Morgens waren erstmal alle ganz heiß darauf Lose zu ziehen. Wir hatten 3 Kategorien vorbereitet: Auf einem Zettel stand ein Projekt, auf einem ein Stichwort und auf anderen Farben. Unter diesem Thema stand dann unser Tag. Zum Beispiel »Streichholzschachtel-Leporello – Tiere – Rot«. Natürlich mussten wir uns nicht so eng daran halten, aber es war ein roter Faden, der sehr anregend war.



An dem Tag an dem wir neben dem Projekt noch die Stichworte »Grün – Schnee« gezogen hatten, wollten wir grünes Eis essen oder nur grüne Sachen anziehen. Am »Tiere-Tag« waren wir noch mit Eseln spazieren, was dann gut zum Fotoprojekt an einem anderen Tag passte, und haben einen passenden Film gesehen (Rio).



Der Basteltisch wurde jeden Tag aufgeräumt und es kam nur das jeweils passende Material drauf. Wir waren im Flow und haben stundenlang gebastelt. Da das Wetter nicht so umwerfend war passte das sehr gut. Sonst hätten wir aber auch im Garten gewerkelt.
Die Kinder kamen auf tolle Ideen und wir haben uns gegenseitig inspiriert und unsere Werke bewundert. Zwischendurch haben wir einiges gegoogelt und gelernt.



An einem Tag haben wir eine Flaschenpost gemacht: Briefe geschrieben, kleine Geschenke mit in die Flasche (Armbänder, Federn und Muscheln) und sind dann zum Elbstrand gegangen und haben sie reingeworfen. Ob sie schon durch Hamburg durchgeschwommen sind oder noch an einem Schleusentor oder einer Buhne hängen? Wir sind sehr gespannt ob sich ein Finder meldet :-)

09 August 2016

Perseiden-Grafik

 
Für das Planetarium Hamburg gestalte ich jeden Monat eine Grafik, die dann im Hamburger Abendblatt erscheint. Dieses Mal ist es ein Panorama auf dem ihr gut erkennen könnt wo die Perseiden ihren Ursprung haben (das ist der Sternschnuppenschauer zwischen Perseus und Cassiopeia aka Himmels-W im August). Klickt auf das Bild um es zu vergrößern.
Die gestrichelten Linien sind Sommerdreieck und Herbstviereck. Aber lasst euch die Details lieber von den Experten erklären.
Ich wünsch euch viel Erfolg beim Schnuppengucken in den nächsten Tagen!

18 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Flaschenpost

 
Flaschenpost bekommt ihr im vierten Teil meines Berichts vom Workshop auf Sylt.

Die Idee dazu hatte ich in der »Lister Austernperle« beim Weinschorle-Trinken. Also die Flasche mitgenommen und losgelegt. Auf das Papier hab ich ein Gedicht von SARK geschrieben, »How to be an Artst«. Eingerollt und fest mit einem Faden umwickelt, der oben rausguckt. Sonst hat man bei so einer schmalen Flasche kaum eine Chance das Papier herauszubekommen. Eine Schnecke ist noch mit drin und am Band hab ich Federn befestigt. Der Korken soll an eine Boje erinnern, rot weiß gestreift.


Abgeschickt hab ich meine Flaschenpost noch nicht, sie ist ja sehr dekorativ – aber wer weiß ...

13 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Details

 
Für den Einband eines Logbuchs messe ich meine Buchseiten/Lagen aus und rille und falze dann den Karton. Zu dicke Collagen werden dann ein Problem. Der Einbandkarton wird dann aber nicht einfach abgeschnitten, sondern weiter eingeklappt. Dadurch wird das Buch stabiler und man kann zusätzliche Seiten einnähen oder Gummis für Stifte durch Löcher ziehen.


Um das Buch zu verschließen hab ich eine Öse mit einem Gummiband eingestanzt.

Im Innenteil habe ich Techniken, die wir gelernt haben skizziert und ausprobiert, und eingeklebt was mir sonst so an Inspiration angespült wurde. Federn oder andere kleine Sachen kann man gut unter Tee- oder Kaffeepapier einkleben. Dafür ist ein Klebestift geeignet (Birgit Naß nennt das dann Trockencollage, weil eben nicht alles schwimmt).

Ich habe eine lange Liste mit Farbennamen darin, die ich am Meer wahrgenommen habe. Das Meer sieht ständig anders aus und hat die unglaublichsten Farben. Aufgewühltes Meergrün, Blaumeerhimmelblau, Treibholzsilber, Salzschaumweiß, Sanftbrisentürkis …

Wir haben mit sehr schönen Texten gearbeitet, u. a. einem Gedicht von Günter Kunert »Auf der Schwelle des Hauses« und von Erich Fried »Meer«.
Gute inspirierende Texte parat zu haben ist nützlich. Dann kann man sich voll aufs Gestalten konzentrieren und hat den weiteren Weg schon im Kopf. Wenn ich erst etwas gestalte und dann einen Text suche wird es schwierig oder passt gar nicht so zusammen.
Für private Sachen kann man natürlich jeden Text nehmen. Will man aber etwas gestalten und es später kommerziell verwerten, dann muss man sehr aufpassen. Entweder die Rechte beim Autor oder Verlag sichern oder nur Autoren nehmen, die länger als 70 Jahre tot sind. Hier findet ihr die aktuelle Liste der gemeinfreien Autoren.

11 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Collagen

 
Für die Einbände der Logbücher haben wir zuerst Collagen auf dickem Papier gemacht. Normalerweise arrangiert man die Bestandteile einer Collage sehr bewusst. Nicht zu viele Elemente verwenden, Gruppen oder Sichtachsen bilden, Farben bewusst einsetzen … aber da man sie danach sowieso noch einfärbt und zerschneidet, hab ich mir abgewöhnt mir zu viele Gedanken zu machen. Ich seh sie eher als schöne Hintergründe. Und sie haben bei mir bisher immer dadurch gewonnen, dass sie zerschnibbelt wurden. Zuerst ist das vielleicht eine Überwindung, aber es entstehen ganz neue Sachen. Details und Formen rücken anders in den Fokus, werden spannend dadurch, dass sie nur noch teilweise zu sehen sind. Probiert es aus, es ist wirklich eine interessante Erfahrung.


Festes Untergrundpapier (z. B. 300g Aquarellpapier) mit Nassklebeband auf einem Brett fixieren, damit sich nichts wellt. Das Collagematerial (vor allem dünne Papiere, Bilder, Seidenpapiere, Teebeutel- oder Kaffeepad-Papier, Oblaten, alte Buchseiten, Einkaufszettel, Tickets, Servietten, Comics, alte Anzeigen, Geschenkpapier …) auslegen und dann mit Stärkekleister (selbstangerührter Mehlkleister oder Tapetenkleister) alles festkleben. Etwas antrocknen lassen und dann mit dem Pinsel anfeuchten und vorsichtig Farben einarbeiten. Hier bevorzuge ich Airbrushfarben, weil sie hinterher wasserfest sind und sich schön aus der Pipette träufeln lassen.
Die Farbpalette habe ich von vornherein dem Thema entsprechend eingegrenzt. und hatte vor allem Blautöne, Grau, Schwarz, Weiß und Silber dabei.
Dann kann man noch mit einem Pinsel, Spachtel oder Schwamm ein wenig Gesso auftragen an Stellen, die weicher oder unauffälliger werden sollen.
Am besten über Nacht auf dem Brett trocknen lassen, damit die Collage ganz glatt bleibt. Und dann vorsichtig am Nassklebeband entlang mit dem Buchbindemesser oder Cutter entlangschneiden.
Auf der Rückseite kann man auch noch collagieren, oder sie einfärben oder weiß lassen – je nachdem was man damit vorhat.

Hier hab ich 3 der Bücher zusammengelegt und man sieht wie die Collage aussah, die ich zerteilt habe.

Inspiration dafür war dieses Foto. Mich haben die Farben stark beeindruckt. Schwarzes Meer, grauer Himmel und dazu ein Leuchten.

08 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Logbücher


Gerade bin ich rundherum happy zurückgekehrt von einem intensiven und bereichernden Workshop auf Sylt.

Sylt? Da macht man doch Urlaub und entspannt am Meer!
Jein. Die meiste Zeit hab ich in unseren Werkräumen verbracht. Das Wetter hat mir dabei geholfen – es war oft sehr stürmisch und regnete, kaum zum Baden geeignet. Geschlafen hab ich eher wenig.
Wenn mir der Rücken so freigehalten wird und der Alltag weit weg ist, dann genieße ich das in vollen Zügen und tobe mich rund um die Uhr kreativ aus. Pures Flow!

Zwischendurch war ich natürlich auch mal am Strand zum Muschelschubsen, oder zum Schlemmen. Meerluft macht hungrig und der Sprachpingel versorgte mich vorher umsichtigerweise mit den besten Adressen.

Der 5-tägige Kurs vom Dreamteam Birgit Naß und Marí Bohley trug den Titel »Seezeichen« und fand in der Akademie am Meer (Klappholttal) statt.
Mein Output ist groß, deshalb werden es wieder mehrere Blogposts. 2014 war ich schonmal bei den beiden im Kurs auf der Insel, da haben wir »Inselbücher« gestaltet. Darüber hatte ich hier berichtet.



Birgit und Marí waren unsere Lotsen, die uns immer wieder auf Kurs gebracht und unterstützt haben. Zuerst haben wir ein Logbuch gestaltet und gebunden, in dem wir notiert, skizziert und verewigt haben was uns wichtig schien.
Na gut, ich habe 5 Logbücher gemacht :-)


Sie haben ein unterschiedliches Innenleben: "Mari-Lage" (fragt mich nicht wie diese aufgeschnittene Faltung tatsächlich heißt) einmal klassisch, einmal experimentell, Zickzack-Leporello, 2-Lagen-Bindung, Altarfalz mit Lagen. So entstanden Bücher für verschiedene Zwecke.
Das geschlossene Format ist ca. 13 x 18 cm.

Details gibt es im nächsten Artikel :-)

31 Mai 2016

Zu Besuch in der Kunststätte Bossard

 
Endlich habe ich mal die wunderbare Kunststätte Bossard besucht.
Hier in der Nordheide hat der schweizerische Bildhauer Johann Bossard ab 1911 ein 3 ha großes Gelände gestaltet. Es ist ein Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Bossard war Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Hamburg.
Ungewöhnliche Gebäude, Ateliers, ein Kunsttempel, ein Skulpturen- und ein Klostergarten, ein riesiges Rund gepflanzter Tannen, verwunschene Ecken … Es sollte ein Ort für Kunst und Austausch sein, und das ist es noch heute. Man kann sehen, dass Johann Bossard sehr fleißig war, auch wenn sicher nicht alle Bilder, Schnitzereien und Plastiken von ihm sind; ein Schüler und seine Frau Jutta waren genauso kreativ tätig.

Heute gibt es verschiedene Veranstaltungen auf dem Gelände. Vom Bildhauerkurs über Ausstellungen, Vorträge bis zum Kunsthandwerkermarkt. Ich hatte das Vergnügen an einer Führung der Leiterin Dr. Gudula Mayr teilzunehmen. Am 26.6. möchte ich bei einer Radtour in Hamburg mitmachen, auf der man einige der Werke besucht, die heute noch von Bossard erhalten sind. U. a. die Löwen vorm Völkerkundemuseum und die Uhr der Börse.

Vom 10.6. bis 11.9. gibt es in der Kunststätte Bossard die Ausstellung "Die Malweiber von Paris" (Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch), die sicher spannend ist. Im deutschen Kaiserreich durften Frauen nicht studieren – für mich heute unvorstellbar –, deshalb gingen sie damals nach Paris.