17 Dezember 2012

»Ringeling-Kalender«


Ich habe einen multifunktionalen Kalender gestaltet: Ringeling.
12 Postkarten mit abgerundeten Ecken sind durch einen Ring verbunden. Es ist damit entweder ein normaler Kalender (mit dem Kalendarium auf der Rückseite und da die Wochentage fehlen gilt er ja immer) oder ein Geburtstagskalender oder einfach ein 12er-Postkartenset, das man übers Jahr verschicken kann (das Kalendarium ist nur blass gedruckt und kann gut überschrieben werden).
Für die Vorderseiten habe ich 12 freie Bildcollagen mit visuellen Assoziation zum jeweiligen Monat gestaltet. Grundlage sind eigene Fotos, Illustrationen und Kalligrafien. Bestellen kann man den Kalender oder die Postkarten hier im Shop.

06 Dezember 2012

Mnjam!

Im Dezember kann man seine Kreativität auch mal in ganz andere Bahnen lenken und KEKSE backen!
Ich probiere immer verschiedene Sorten aus und gern auch mal wieder was Neues.

28 November 2012

Nein, man kann nie genug Workshops machen!


Ich hatte großes Glück als mir kurzfristig ein freigewordener Kursplatz bei Massimo Polello angeboten wurde. Da habe ich wirklich nicht lange überlegt, denn so eine Chance bekommt man nicht oft.
Im 3-tägigen Kurs des Turiner Kalligrafen versammelten sich Profis, die sich zum Großteil hauptberuflich mit Kalligrafie und verwandten Disziplinen beschäftigen. Man lernt also nicht nur etwas vom Dozenten, sondern profitiert auch viel von den anderen.
Wir haben uns mit der Capitalis Monumentalis beschäftigt, bei der man das Schreibwerkzeug häufig innerhalb der Linien drehen muss, was sehr viel Übung erfordert. Nachdem wir mit Bleistift die Form der Schrift kennengelernt hatte, übten wir mit Pinseln das richtige Gefühl für den Strich zu entwickeln. Üben, üben, üben.
Massimo hatte dabei sehr schöne Übungen für uns, so dass es nie monoton wurde und es gab jede Menge gute Tipps zur Handhabung von Farbe und Pinsel.
Wir haben aber nicht etwa auf billigem Kopierpapier herumgeschmiert, sondern gleich große hochwertige Bögen genommen, um noch bewusster zu arbeiten und weil wir daraus später Bücher machen wollten.
Am nächsten Tag haben wir dann Massimos spezielle Dripping-Technik kennengelernt. Dabei wird mit Lackfarbe und dem Holzwerkzeug der Keramiker gearbeitet. Wir haben auf unsere am vorigen Tag beschriebenen und gestalteten Bögen kunstvoll gekleckert. Es gab dabei sehr spannende Ergebnisse und viele "happy little accidents".
In der Trockenzeit haben wir dann diverse Möglichkeiten kennengelernt um Bücher zu falten und zu binden.
Am dritten Tag ging es neben dem Ausprobieren verschiedener Layouts dann ans Zerschneiden, Zerreißen, Falten, Falzen und Nähen der Werke.
Das war ein genialer Workshop mit vielen neuen Inspirationen für mich. Und wenn ich dann noch an Massimos eigens für uns zubereitetes Tiramisu "a la mama" denke ... hach ... ;-)

14 November 2012

Siebdruck Heaven!

Kawumm! Da kam meine neueste Lieblingstechnik zu mir. Was für ein Spaß und was für neue kreative Möglichkeiten.
Ich war eigentlich von zuviel Arbeit ganz schön ausgelutscht als ich mich Sonnabend früh auf den Weg zum Workshop mit Kristina Schaper und Birgit Nass machte. Hätte gern ein ganz freies Wochenende gehabt und dachte nur "warum tu ich mir das wieder an".

Kurze Zeit später bereitete ich in Kristinas Werkstatt Stoffe mit Gesso-Grundierung vor und wurde dann in die geplanten Buchprojekte eingeweiht. Suuuper flexible kreative Arten Bücher der unterschiedlichsten Formate mit einer ausgeklügelten genähten Bindung zu machen eröffneten sich mir. Da wusste ich: das wird einfach nur groß :-)
Wir hatten die Designs für unsere Siebe schon vorher übertragen und Kristina belichtete sie fleißig. Die Herstellungstechnik der Siebe wurde uns erklärt und das Siebdrucken und alle notwendigen Materialien.

Das Bad in der Farbe konnte beginnen. Stundenlang versanken wir an unseren Arbeitsplätzen und gestalteten ein riesiges Stück Nesselstoff (ca. 2x3m). Jeder benutzte eine eigene Farbpalette und seine Siebe, und zusätzlich lieh man sich schöne Siebe vom Nachbarn oder nahm einige der vorhandenen dazu. Mit den Händen in Farbe zu matschen gehörte für mich auch dazu. Gute Kleidung sollte man beim Siebdrucken nichtmal in die Nähe des Gebäudes kommen lassen. Mein Kittel ist jetzt herrlich bunt.
Mit dem Föhn half man dem Trocknen nach, denn nun mussten die festen Stoffe in Streifen gerissen und neu zusammengenäht und dann mit Stäbchen gebunden werden.
An dem Wochenende entstanden bei mir 2 Bücher und 3 Wandobjekte und ganz neue Ideen für 1000 weitere Sachen.
Danke an meine beiden Kursleiterinnen für Input und Inspiration. Ihr seid einfach wunderbar!

06 November 2012

Es sternachtet sehr!

Im Kalligrafiekurs schreiben wir nicht nur so vor uns hin (wenn das so einfach wäre!), sondern lernen auch die eine oder andere kleine Buchbindetechnik oder basteln etwas.
Solche Sterne haben wir aus beschriebenen Papierresten gefaltet. Es sind "Sterne to go", denn man kann sie schnell zusammenfalten. Da steht einer stimmungsvollen Festsaison nichts mehr im Wege! Dekoriert doch mal unterwegs das Bahnabteil oder den Einkaufswagen im Supermarkt ;-)
Wenn Ihr einen haben wollt schicke ich Euch gern einen.

28 Oktober 2012

Auf dem Weg ...

... zur Frankfurter Buchmesse fand ich diese schön illustrierten Versalien. Ein Genuss in der grauen Textwüste. Leider habe ich keinen Hinweis auf den Urheber entdeckt. Weiß jemand mehr?

22 Oktober 2012

Corporate Design am Deich

Die DEICHGRAFIKERIN hat neue Visitenkarten und neue Sticker bekommen. Beides hat abgerundete Ecken, ein wiederkehrendes Element auch bei den Postkarten. Die Rückseite der Visitenkarten darf ruhig etwas neidisch machen auf die herrliche Umgebung des Büros an der Elbe. Da sieht man gleich woher die Inspirationen kommen: Hier arbeitet es sich einfach besser ;-)

17 Oktober 2012

I love handmade books

Neuseeland war Ehrengast auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Da musste ich hin!
Es ist natürlich alles viel zu groß, deshalb guckt man sich lieber im Vorfeld schon das aus, was man dann bevorzugt ansteuert oder macht seine Termine. Aber interessante Leute und spannende Sachen entdeckt man dann sowieso zufällig nebenbei.
Für meine Design-Kollegin Gina und mich standen die "schönsten Bücher" und die handgemachten Künstlerbücher in winzigen Auflagen im Fokus. Und natürlich die Menschen dahinter. Lieblingsverlage wurden dann auch noch angesteuert (Haupt, Fischer, Schmidt, Gestalten) und natürlich die Neuseeland-Halle. Ein Tag voller Inspiration.

07 Oktober 2012

»Farbe & Kalligrafie«

Im September hatte ich das Vergnügen einen Workshop von Farb-Designer und Kalligrafen Joachim Propfe aus Braunschweig zu besuchen. Der Workshop richtete sich an fortgeschrittene Schreiber und davon waren auch ein paar anwesend ;-)
Es ging nicht um das Schreiben an sich, sondern um den Einsatz und die Wirkung von Farbe. Mit welcher Schrift man dabei arbeitete war egal.
Joachim setzte da an, wo das Thema im Studium meist endet (Farbkreis, Primär-, Sekundär-, Komplementärfarben, Harmonien) – also genau da, wo es wirklich spannend wird.
Als Print-Grafiker denke ich meist in 4c-Euroskala (Offsetdruck) und kenne ein paar Volltonsysteme. Ob ein Monitor kallibriert ist oder nicht – ich weiß wie 20/100/100/0 im Druck aussehen wird.
Farben anzumischen ist da eine ganz eigene Welt, das weiß jeder, der schon einmal eine Wand gestrichen hat und statt Apricot dann Schweinchenrosa gemischt hat.

In dem dreitägigen Workshop in der ag-galerie in Wentorf gab es viele praktische Übungen und zwischendurch immer wieder Theorieblöcke und Arbeitsbesprechungen. Alles wirklich hochinteressant und nützlich. Es ging um Farbe, Form und Raum, Farberlebnis (biologische Wirkung, Symbolik, Kulturelle Eigenarten, Trends, persönliches Verhältnis ...) und wir haben das Natural Color System NCS aus Schweden kennengelernt. Es beruht mehr auf optischem Empfinden, als auf messbaren Werten. Genial für Künstler und Kalligrafen.

Umgesetzt haben wir u.a. folgende Übungen:
Ein mittelhelles Grau erscheint auf Weiß relativ dunkel.
Ein mittelhelles Grau erscheint auf Schwarz relativ hell.
Farbtöne ähnlicher oder gleicher Helligkeit erschweren die Lesbarkeit.
Farben gleicher Helligkeit erzeugen einen Flimmereffekt
Schwarz und Gelb besitzen als Paar den größten Kontrast.
Auf weißem Hintergrund tritt die Eigenfarbe eines aufgehellten Bunttons hervor.
Die Eigenfarbe eines abgedunkelten Bunttons tritt auf Weiß zurück.
Auf schwarzem Hintergrund tritt die Eigenfarbe eines aufgehellten Bunttons zurück.
Die Eigenfarbe eines abgedunkelten Bunttons tritt auf Schwarz hervor.

Joachim Propfe ist ein wunderbarer Lehrer und Designer. Er ist auch AGD-Mitglied (Allianz Deutscher Designer) und sein aktuelles Buch
ist sehr empfehlenswert, vor allem wenn man es mit einer Widmung bekommt.



20 September 2012

Ausstellung: 50 Jahre ESO

Als Grafiker kann man wirklich nicht viel falsch machen, wenn man so geniales Bildmaterial zur Vergnügung und Verfügung hat.
Die Europäische Südsternwarte ESO feiert 50-jähriges Bestehen. Für eine Ausstellung auf dem Überseeboulevard in der Hamburger HafenCity, habe ich ein paar Merchandising Produkte gestaltet: Plakate, Postkarten, Moursepads und den Einladungsflyer zur Vernissage. FASZINIERENDES UNIVERSUM – DER KOSMOS DURCH DIEAUGEN DER EUROPÄISCHEN SÜDSTERNWARTE kann man sich noch bis zum 15.11.2012 kostenlos ansehen (open air).

17 September 2012

Wild & frei

Bei Plakaten wie diesem schlägt doch das Kalligrafenherz und das des Grafikdesigners gleich höher: Kein Fotomotiv, reduzierte Farben, viel Freiraum und Spannung. Einfach schön.
Ich wüsste ja gern wer das gestaltet hat. Aber bei so großen Produktionen ist es meist schwierig da einen Designer ausfindig zu machen.

05 September 2012

Shopping

Ich liebe erfolgreiche Einkäufe!
Bisher habe ich die meisten speziellen Künstler-Materialien bei Gerstäcker bestellt. Die haben ein umfangreiches Angebot und gute Preise. Als dann meine letzte Lieferung ewig gedauert hat und ich die Sachen erst NACH dem Workshop bekam, hab ich mich mal nach Alternativen umgesehen. In den Kalligrafie-Kursen kaufen die meisten Leute bei Boesner. Ich bin dann da einfach mal hingefahren, hab ein Kundenkonto eröffnet und mich geschlagene 2 Stunden auf den 3000 qm in Glinde (Hamburger Osten) umgesehen. Wow!
Eine Sache hab ich allerdings nicht bekommen, aber die gibt es auch nicht bei Gerstäcker. Weiß jemand wo ich ein "Rolllineal" bekommen kann?

28 August 2012

"2 d**fe Designer – 1 Gedanke"

Da saßen wir nun an einem heißen Sommertag am See.
Wir hatten heute schon viel geleistet: Krokodile aufgeblasen, gebadet, Apfelschokokuchen vernichtet, Katzen und Hühner bespaßt.
Während die anderen weiter in vollen Zügen das Landleben genossen, setzten wir uns zum Brainstorming mit Baumelbeinen auf den Steg …
( >> fast forward >> )

Und nun haben wir den Salat: das Projekt @createandrotate ist geboren. Dem Designer und AGD-Regionalsprecher Rainer Klute und mir gefiel die aus Schweden kommende Grundidee des Rotation Curation so gut, dass wir ein eigenes Projekt aufbauen wollten.
Bei #RoCur-Projekten übernimmt jede Woche jemand anderes als Kurator den Twitter-Account. In unserem Fall sind das Kreative
(z. B. bildende Künstler, Designer, Fotografen, Illustratoren, Kunsthandwerker, Architekten, Filmer, Comiczeichner, Kalligrafen ...).
Die Mehrzahl der #RoCur-Accounts sind Länder oder Städte, das nennt sich dann "Location Curation". Aber es gibt auch schon einzelne rotierende Interessengebiete, so wie unser Projekt. Laut @RotationCurator sind wir "World's first arts-related #RoCur project". Na dann ...

Ich hatte mich mit dem gemeinen #RoCur-Virus infiziert, als ich Anfang August für eine Woche als Kuratorin den Hamburg-Account @weareHH bespielte. Vorher war ich schon auf Twitter den Accounts von Mexiko, Irland, Neuseeland und Schweden gefolgt und es gefiel mir immer neue 140-Zeichen-Bruchstücke aus diesen Ländern zu lesen. Musik, Orte, Rezepte, Gewohnheiten, Ausdrücke und auch Bilder zu sehen. Als der Hamburg-Account dann startete, dachte ich "yeah, da misch ich mit, über die Stadt kann ich viel erzählen".
Und das hat SO viel Spaß gemacht! Wenn ich nicht noch "nebenbei" arbeiten würde, hätte ich sicher mehr als 800 Tweets verzapft ;-)
Was mir besonders gefallen hat, war der internationale Austausch mit Followern und den anderen Kuratoren, denn man wird mit den jeweiligen Kuratoren der (momentan 63) anderen #RoCur-Accounts in dieser Woche zu einer kleinen Gemeinschaft. Durch die Zeitverschiebung ist das sehr nett: morgens sind die Asiaten schon aktiv, manche Amerikaner auch noch, tagsüber dominiert Europa, nachmittags setzt Amerika wieder ein, Asien geht jetzt schlafen …

Unser Account wird ab dem 28.10. jede Woche von einem anderen Künstler oder Designer auf Englisch kuratiert. Ab sofort kann man sich bewerben, die Voraussetzungen sind
  1. einen Twitter Account zu haben und auch schon etwas Erfahrung damit
  2. kreativ im Bereich bildende Kunst oder Design zu sein
  3. Lust zu haben jeden Tag einige englischsprachige Tweets aus seinem kreativen Alltag zu schreiben
  4. ein paar einfache Grundregeln einzuhalten (Netiquette)
Ihr könnt gern Leute vorschlagen oder Euch selbst bewerben für dieses spannende Experiment! Wir freuen uns auf eine bunte Mischung. Hier entlang bitte: Website

16 Juli 2012

Gesso rocks!

Bevor Ihr Euch erstaunt am Kopf kratzt und fragt … ja, ich bin definitiv workshopsüchtig! Aber was gibt es auch Schöneres?

Mein letzter Workshop hieß "Schrift und Gesso-Techniken" und fand in der Künstlerkate in Krukow statt. Das liegt zwischen Geesthacht und Lauenburg. Das kleine Dorf war, zumindest den Autokennzeichen nach zu urteilen, fest in Hamburger Hand. Aber das ist man dort sicher gewohnt.
Ich hab mich gefreut bekannte Gesichter zu sehen (u.a. Hanna vom 2011er Pentiment mit Peter Thornton oder Kathrin aus Birgit Nass' Kurs) und neue kreative Geister zu erleben. Wir haben im hellen ehemaligen Stall gearbeitet und im schönen alten Garten Pausen gemacht und dort die Sachen zum Trocknen ausgelegt.

Gesso ist der Überbegriff für eine traditionelle Kreidegrundierung, mit der schon Mumiensärge vor der Bemalung versehen wurden und die Römer ihre Häuser verziert haben. Ein wunderbar vielfältiges Material. Wenn etwas noch nicht ganz so aussieht, wie man möchte, dann kommt einfach eine Schicht "Gesso des Vergessens" drüber (Zitat B. Nass). Wir haben mit 8 verschiedenen Sorten gearbeitet. Bisher kannte ich nur eine. Die Unterschiede sind extrem: es gibt ganz feines dünnes Gesso, festeres, cremiges, pastöses, graues mit Körnung, zarten Aquagrund, tiefschwarzes Gesso … und die ganz teuren Sorten … waren eingetrocknet, weil zu selten benutzt ;-)
Man kann es in Schichten auftragen und dazwischen Collagematerial und Farbe einarbeiten oder es einritzen oder auch nur hauchdünn auftragen um eine Farbschicht oder Schrift abzusoften. Es kann mit vielen Werkzeugen verarbeitet werden, z.B. Spachtel, Pinsel, Rolle und nach dem Trocknen dann beschrieben oder bemalt werden, auch in Nass-in-Nass-Technik. Oder man reibt Farbkreide ein, was die Strukturen betont und Tiefe verleiht. Wenn man möchte, dass sich die Farbe/Schrift im Gesso etwas löst, dann nimmt man wasserlösliche Tinte und Farben. Möchte man klare Schrift und Formen, nimmt man wasserfeste Tuschen und Farben. Die Möglichkeiten sind unendlich.

Jeder Teilnehmer hat sich an den beiden Workshop-Tagen mit nur einem Wort als Thema beschäftigt und seine Farbwelt darauf ausgerichtet. Mein Wort war "Sunshine", was an unserem regenreichen Juli im Norden liegen mag. Ganz ungewohnt für mich, hab ich eine gelb-orange-rosarote Farbwelt erkundet. Andere Themen waren Sylt, Berlin, Zeit, Stern, JA, Thank You, Worte …

Wir haben eine Schachtel aus dicker Graupappe mit schwerem Deckel gebaut und passend zu unseren Arbeiten eingekleidet. Auf 15x15 cm Pappen, Leinwänden und Malgründen haben wir frei mit den verschiedenen Techniken und Materialien experimentiert. Natürlich gab es wieder ganz viel nützlichen und inspirierenden Input von der wunderbaren Birgit Nass. Zum Schluss wanderten dann alle Werke und Materialproben in die schöne Box.

Sie steht jetzt hier auf meinem Kalligrafie-Tisch und möchte weiter gefüllt werden. Vielleicht schaff ich das vor dem nächsten Workshop im September ...

11 Juli 2012

Schreibfluss am Fluss

"Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut" sagte schon der 200 Jahre vor mir geborene Gelehrte Wilhelm von Humboldt. Ein passendes Motto für einen ganz besonderen Workshop, den ich Ende Juni besucht habe.

Die Kalligrafin Birgit Nass (Lüneburg) und ihre Kollegin, die Buchbinderin/Kalligrafin Marí Emily Bohley (Dresden), haben uns in der ehemaligen Zündholzfabrik in Lauenburg an der Elbe 4 Tage lang herausgefordert. Wir haben unseren persönlichen "Katalog der Möglichkeiten" entwickelt und visualisiert. Er bestand aus den Bausteinen Farbkatalog und Schriftlayoutkatalog und der Umsetzung in 2 Bücher mit hängendem Rücken und Gummibandbindung.

Inspirierende Übungen gegen die "Angst vor dem weißen Blatt" und für eine lockere Schreibmotorik wechselten sich ab mit technischem Input u.a. zu Tinten/Tuschen, Papierspezifika, Werkzeugkunde, Farben, Schriften und der eigenen Handschrift. Wir haben den ganzen Input dann umgesetzt indem wir von morgens bis spät abends an unseren Büchern gearbeitet haben.

Für mich war Buchbinden eine ganz neue Erfahrung, obwohl meine beiden Großmütter als Buchbinderinnen arbeiteten und ich seit dem Studium ihr Falzbein benutze. Ich fand es erstaunlich, zu was ich im Stande bin und was für schöne Bücher ich geschaffen habe. Der Inhalt ist noch nicht komplett, denn nun kann ich die vorbereiteten Seiten nach und nach mit Texten füllen. Sie rufen förmlich danach.

Wir haben geschnitten, geklebt, kaschiert, geprägt, geleimt, gestempelt, gebunden, gelocht, gestanzt, gemalt, gewässert, gemischt, verschüttet, gerettet, gezaubert, geschrieben und geschwitzt. Jede Menge neue Werkzeuge habe ich kennengelernt, vom Screwpunch über den befüllbaren Montana-Marker, Clearstamps bis zum Teflon-Falzbein. Und neue Farbtöne liebgewonnen, z.B. Brasilian brown, Preussischblau, schüchternes Lila oder verregnetes Elbgrau.
Viele Tipps der Mitstreiter und Meisterinnen wurden aufgesaugt und die – glücklicherweise verregneten – Tage in Lauenburg werden sicher lange nachwirken. Danke an alle, die dabei waren. Es war genial!

05 Juli 2012

Arthur Illies im Alstertal

Noch bis zum 15. Juli kann man im Torhaus Wellingsbüttel eine Ausstellung mit Drucken und Gemälden von Arthur Illies (1870-1952) sehen. Er war Maler und Grafiker und unterrichtete an der Kunstgewerbeschule in Hamburg.

Illies hat u.a. Motive aus dem Alstertal gemalt und war Gründungsmitglied des Alstervereins. Sein Stil war impressionistisch geprägt, wobei er verschiedene Phasen durchlaufen hat in denen seine Arbeiten im Aufbau teils asiatisch wirkten, sich mal mehr dem Naturalismus und mal dem Pointilismus näherten. Mir hat der Ausflug zur Ausstellung gut gefallen.

01 Juli 2012

Alice im Wunderland der Kunst

In der Hamburger Kunsthalle läuft gerade eine wunderbare Ausstellung, die sich mit den wechselseitigen Einflüssen des Alice-Stoffes auf die Kunstwelt und mit den Einflüssen von Künstlern auf Charles L. Dodgson (aka Lewis Carroll) beschäftigt. Die Ausstellung kommt aus der Tate Gallery Liverpool, wo sie vom jetzigen Direktor der Bremer Kunsthalle kuratiert wurde. Zwei Etagen der Galerie der Gegenwart wurden sehr schön verwandelt und es gibt viel zu sehen und zu erleben. Ich war im Vernissage-Trubel dort und werde sicher nochmal in Ruhe hingehen (möglich bis zum 30.9.2012).

Man kann sich in einem Labyrinth verirren, durch eine winzige Tür kriechen um dann unter einem riesigen Hut zu landen, auf gigantischen Möbeln sitzen ... Fotos, Filme, Illustrationen und Objekte bewundern und einiges dabei erfahren.

Ich habe z. B.  nichts von der Zusammenarbeit von Salvador Dalí und Walt Disney gewusst, oder dass sich Dante Gabriel Rosetti und Carroll kannten.
Eine inspirierende Ausstellung für die man 2-3 Stunden Zeit einplanen sollte.

30 Juni 2012

Familie Monster

Sie sehen: "Familie Monster auf dem Weg ins Kino, wo es MIB und salziges Popcorn gibt"

Tusche und Fineliner zufällig auf Aquarellkarton verteilt

21 Juni 2012

the flap of a seagull's wing

"Was Du träumen kannst, kannst Du auch machen". Ein wunderbarer Spruch, frei nach Walt Disney, der auf einem Postkartenflyer steht, den ich für einen kleinen Webshop gestaltet habe.

Zusammen mit anderen Kreativen arbeite ich in meiner Freizeit daran: Gestaltung 24/7 sozusagen :-)
Man findet im Shop Kunsthandwerk aus Norddeutschland: Keramik, Acrylbilder, Schmuck, kreatives Recycling im Vintage-Look. Vieles ist in Planung und der Shop wird sich sicher immer wieder verändern. Mit den Händen in der Werkstatt zu arbeiten ist einfach eine tolle Ergänzung zur Arbeit am Computer. Spannend!

Hier geht es zum Shop und hier zum Blog. Wenn Ihr Flyer haben möchtet meldet Euch gern. Die Postkarte mit der Möwe kann man abtrennen und aus dem Urlaub verschicken.

... und wir haben nichts dageben, wenn Ihr die Links fröhlich verbreitet. Merci!

13 Juni 2012

Ich lerne, also bin ich.

Schon seit Monaten bin ich noch intensiver dabei mich fortzubilden als üblich. In den letzten Jahren hab ich mich vor allem mit Sprachen, Kunsthandwerk und Kreativitätstechniken beschäftigt.

Aktuell liegt mein Fokus auf Kalligrafieworkshops und Softwarefortbildungen. Über Kalligrafie habe ich ja schon einiges geschrieben und da folgen auch demnächst zwei mehrtägige Workshops, auf die ich mich sehr freue.

Zum Thema Software muss ich sagen, dass ich da wie viele andere Selbstständige Mühe habe nebenbei immer auf dem Laufenden zu bleiben. Neben der vielen Arbeit und den sonstigen Interessen und Aufgaben ist einfach keine Energie da um ein Fachbuch oder eine CD durchzuarbeiten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen mich von Fachleuten richtig gut auf den aktuellsten Stand bringen zu lassen und gehe zur DTP-Akademie (S-Bahn Holstenstraße in Hamburg).
Sehr empfehlenswert sind die kleinen Kurse in denen von kompetenten Dozenten in familiärer Atmosphäre individuell genau das geschult wird, was ich brauche. Und das macht sogar Spaß :-)
Indesign-, und Illustrator-Update-Schulungen und verschiedene Photoshop-Spezialkurse habe ich besucht und kann die Schule, die gerade ihr 20-jähriges Jubiläum feierte, wärmstens empfehlen. Man lernt im Kurs einfach schneller und kann all seine Fragen loswerden.

01 Juni 2012

Galaxien-Titel

Das ist der Titel des neuen Programmhefts des Planetarium Hamburg. Die Produktion ist für alle Beteiligten naturgemäß immer etwas stressig und so bin ich dann froh wenn die Reinzeichnung mit den allerletzten Korrekturen beim Drucker ist. Danach kommt dann noch etwas Nacharbeit: die bearbeiteten Fotos kommen ins Presse-Archiv, ein Spielplan zum Download und winzige Vorschaubilder müssen für die Website gemacht werden.

25 Mai 2012

Tierisches

Der Kölner Zoo zeigt nun die Eiszeit-Ausstellung, die schon im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen war und für die ich letztes Jahr das Design entwickelt hatte.
Man fragte mich ob ich Lust hätte auch für den Zoo Sachen zu gestalten. Dabei heraus kamen dann sowohl winzige Anzeigen und Webbanner als auch riesengroße Brückenbanner und Monsterplakate. Die Dateien waren so groß, dass ich sie nicht in 1:1 anlegen konnte. Da kamen meine Programme an ihre Grenzen. Einiges wurde in 1: 5 und einiges in 1:10 angelegt.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 5. November.

15 Mai 2012

Kalender

Für eine ganz besondere Frau aus meinem Netzwerk habe ich einen Kalender mit 88 schönen Postkarten gebastelt.
Ich denke an Dich.

10 Mai 2012

Von Pappe

Über diese beiden Tische freut sich jetzt ein Kunde. Sie sind aus Pappe und so kann man recht schnell mal einen kleinen Messestand aufbauen. Ich habe sie nicht identisch gestaltet und auch nicht spiegelverkehrt, sondern so, dass sie als Paar gut aussehen und aufeinander Bezug nehmen.

30 April 2012

Gallery Weekend Berlin

Impressionen von einem ereignisreichen Wochenende an dem ich viel gelacht und viel gestaunt habe. Sehr spannend, sich einfach durch die Galerien treiben zu lassen und sehr einfach, denn es gab eine wunderbare App: ich konnte mich einfach mit GPS lokalisieren lassen und sah dann die Galerien, Kunstsammlungen und Veranstaltungen in der Nähe. Es gab bekanntere Künstler zu sehen, wie Jenny Holzer und auch völlig unbekannte.
Besonders beeindruckt haben mich die "Broken Heroes" von Patricia Waller. Die Mischung aus Figuren unserer Kindheit (gehäkelt!) und furchtbaren Ereignissen bringt süß und bitter ungewohnt zusammen.
Friedrich Kunaths "Things we did when we were dead" gefiel mir wegen der opulent gefüllten, spannungsreichen Ölbilder.
Und die Körperskulpturen von Samuel Salcedo sind einfach subtil humorvoll.
Was mir gar nichts gibt ist Konzeptkunst der Art bei der ich erstmal 3 Seiten Text lesen muss um zu verstehen was beispielsweise der leere Monitor vor mir zu bedeuten hat.

Ich komme gern wieder zum Gallery Weekend Berlin.

16 April 2012

Sprechende Bilder


Vom 10. bis 13. April fanden im Literaturhaus die "Hamburger Graphic Novel Tage" statt. Das kontrastreiche Programm unter dem Motto "Sprechende Bilder" bestand aus Workshops, Vortrag und Diskussion. Beteiligte Künstler waren Joe Sacco, Ulli Lust, Igort, Line Hoven, Marc-Antoine Mathieu, Jens Harder, Posy Simmonds und Ralf König.
Ich hatte das Glück einen Platz in den Workshops von Line Hoven und Igort zu ergattern und bin dann sogar noch mit einem Foto im Hamburger Abendblatt gelandet.

Line hat uns die Technik des Schabkartons beigebracht, in der sie ausschließlich arbeitet. Es ist eine sehr zeitintensive feine Methode die Bilder in weißen Linien aus schwarzbeschichtetem Karton herauszubilden. Dabei denkt man aber nicht wie in der Drucktechnik negativ, sondern alles was später hell sein soll, wird freigekratzt, was Schatten/dunkel bleiben soll, wird nicht bzw. wenig bearbeitet. Insofern sind dunkle Motiv erstmal besser geeignet. Als Werkzeug eignen sich scharfe Messer, Cutter, Schneidefeder etc. Der Karton lässt sich in einer Richtung manchmal besser bearbeiten, als in der anderen, er hat also sowas wie eine Laufrichtung und ist ziemlich empfindlich. Ich habe mich an ein Kinderbild meiner Oma aus den 1920er Jahren gewagt und bin in den 3 Stunden auch fast fertig geworden. Die Hauttöne möchte ich nochmal etwas heller überarbeiten, damit der Kontrast zu Augen und Zähnen nicht zu groß ist.
Line hat meine Ausgabe von ihrem ersten Buch "Liebe schaut weg" signiert. Danke für diesen wunderbaren Workshop!

Der italienische Künstler Igort ist ein Meister des Reportage-Comics. Wir haben als Vorbereitung auf seinen Workshop "Analysis of frames and their implicit semantic meaning" eine Kurzgeschichte von J. D. Salinger gelesen (Ein herrlicher Tag für Bananenfisch) und analysiert, diskutiert und geübt welche Bilder es braucht um eine spannende Bildergeschichte zu bekommen. Besonders spannend war dann zu sehen wie unterschiedlich die Teilnehmer den Anfang der Geschichte bebildern würden. Wir haben viel über den Unterschied der Bildsprache von Film und Comic gesprochen und nach den 4 Stunden in englischer Sprache rauchte mir mächtig der Kopf. Igort hat ein so umfangreiches Wissen und so viel Erfahrung, dass man nur ehrfürchtig staunen kann. Und ich schätze mich sehr glücklich, dass ich am Workshop teilnehmen konnte und viele Inspirationen bekommen habe. Vor allem ist die Hemmschwelle einfach loszulegen und sich um die zeichnerischen Details später zu kümmern sehr gesunken. Genau hingucken und üben, üben, üben. Und der Austausch mit anderen Künstlern ist immer sehr fruchtbar.

Vielen Dank an den Fotojournalisten Roland Magunia, der mir das schöne Bild geschickt hat und vielen Dank an das Literaturhaus und die involvierten Sponsoren.

09 April 2012

Recycland


Aus den bunten Papierschnipseln, die bei der Herstellung von Kalligrafie-Karten übrigblieben, habe ich unter dem Motto "Recycland" ein schwarzes Leporello gemacht. Durch die Kombination von grünen oder braunen mit blauen Abschnitten entstanden Küstenstreifen und Inseln mit Vulkanen, Palmen, Korallenriffs und malerischen Sonnenuntergängen. Es sind über 20 Länder, denen ich noch passende Namen geben muss. Das Projekt ist natürlich nur für Insider und Fantasiereisende geeignet :-)

30 März 2012

Kalligrafie-Workshop bei Birgit Nass

Ich hatte das große Glück einen Platz in der Klasse von Birgit Nass zu ergattern. Ihr guter Ruf als Kalligrafin und Lehrerin eilte ihr voraus und so war ich sehr gespannt was mich an den 8 Abenden in der Schule bei Lüneburg erwartete.
Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall noch übertroffen. Birgit hat die wunderbare Gabe präzise zu erklären, zu motivieren und sogar in einem großen Kurs individuell auf alle einzugehen. Wir haben uns intensiv mit einer Schrift (Capitalis Quadrata) beschäftigt und sehr konzentriert jedes Detail (Schwünge, Drehungen, Federwinkel) geübt und zwar mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen von der kleinsten Bandzugfeder über mittlere Automatic Pens bis zum breiten Balsaholz. Dadurch lernt man die Schrift sehr gut kennen. Nach den 2,5 intensiven Abendstunden war ich immer ziemlich erledigt, aber hochmotiviert die abwechslungsreichen "Hausaufgaben" bis zur nächsten Stunde "nebenbei" zu schaffen.

Alle haben bis zum Kursende ein Leporello geschaffen, dabei glich keins dem anderen. Die längsten wurden dann auf dem Flur ausgelegt, ich glaube es ging bis über 8 Meter ;-)
Aus Übungsresten (nichts wird hier weggeworfen) haben wir nebenbei noch einen Fächer gemacht und mit kleinen Sprüchen in der Capitalis Quadrata beschrieben.

Ich hab im Kurs nicht nur die Schrift gelernt, sondern auch positiv und negativ zu Prägen, einen simplen stabilen Einband zu machen und mehr über die Eigenheiten verschiedener Werkzeuge und Tinten.
Danke für einen wirklich spannenden Kurs in netter Atmosphäre, liebe Birgit!