30 Juni 2014

Inselbücher auf Sylt III

In meinem Inselbuch habe ich Landkarten von imaginären Inseln erfunden. Das hat sich zuerst zufällig aus ein paar Klecksen auf dem Papier ergeben und entwickelte sich dann zu einer wahren Insel-Illustrations-Manie. Meine liebste Karte ist momentan die, auf der all meine Hühner eigene Inseln bekommen haben. Sie befinden sich im Meer »Hühnersuppe«, sind durch Fährlinien miteinander verbunden – es sind sogenannte »Ei-Länder«.


In die Collagen sind alte Seekarten, Oblaten, Briefmarken, Stempel, Fundstücke aus Zeitschriften, Tank, Federn, Washi-Tape und Papiere aller Art gewandert. Einen Stempel in der Form von Sylt habe ich aus Moosgummi geschnitten und auf ein Stück Holz geklebt.


Es ist noch viel Platz für Texte in dem dicken Buch. Ich habe ein paar Haikus gefunden, die ich sehr passend finde und möchte jeder Insel, auf der ich selbst schonmal war eine Seite widmen. Die Bandbreite geht in etwa von Alcatraz über Korsika, Neuseeland oder Island bis Hiddensee. Und jede neue Insel findet sicher auch ihren Platz.
Es gibt also noch viel zu entdecken und viele Seiten zu füllen.


27 Juni 2014

Inselbücher auf Sylt II

 
Mein Inselbuch ist ein schöner dicker Wälzer geworden. Das alte Inselbuch-Schild habe ich auf dem Cover eingelassen. Das Bezugspapier ist ein Kleisterpapier für das ich Aerocolor-Farben verwendet habe (Ultramarin, Saftgrün und Weiß), die in den Kleister gerührt sind. Das Papier wurde mit dem farbigen Kleister eingestrichen. Dann habe ich darauf ein paar Linien gezogen und Farbe aufgetupft. Das Vorsatzpapier ist ein weiches graublaues Japanpapier.


Das kleine Konzeptbüchlein zu meinem Inselbuch ist auf der Seite aufgeschlagen auf der ich mir Gedanken zum Herbst und Winter auf einer Insel gemacht habe.


Bilder von einigen Innenseiten folgen dann in den nächsten Tagen.

24 Juni 2014

Inselbücher auf Sylt

 
Ich komme gerade selig erfüllt von einem ausgiebigen Kalligrafie- und Buchbinde-Workshop auf der wunderschönen Nordseeinsel Sylt zurück. Im Gepäck habe ich ein sehr dickes selbstgestaltetes und selbstgebundenes Buch – meine "Inselbibel" –, Collagen, ein Leporello, 100 neue Ideen, einen Haufen Spaß, neue Freundschaften, Inspiration und Erfahrung.
Das pure Glück sozusagen.


Die Insel ist ein Traum, das Wetter war gewaltig: bombastische Wolkentürme von weiß bis dunkelblaugrau, Sturm mit Flugsand, dazwischen eitel Sonnenschein und Wellen, Wellen, Wellen. Und ich natürlich auch bei 15 Grad barfuß munter durch den Sand hüpfend auf der Suche nach Collage-Material (man kann z.B. frischen grünen Seetank und Federn hervorragend unter Teebeutelgaze collagieren). Aber eigentlich war ich die ganze Zeit barfuß: Nordsee funktioniert für mich anders nicht. 

Dass das Wetter nicht zum Baden einlud (es war sogar verboten, wie uns die roten Fahnen am Strand mitteilten) war von Vorteil für meine Arbeit. Ich habe mit kurzen Unterbrechungen von morgens bis in die Nacht gearbeitet und war einfach komplett im Fluss (im Meer?). So hätte ich noch ewig weitermachen können.
Eigentlich dachte ich ich komme auf der Insel, fern vom Alltag, mal dazu ein paar Stunden mehr zu schlafen. Das Gegenteil war der Fall. Und trotzdem bin ich putzmunter und energiegeladen.



Der Kurs wurde vom Dreamteam Birgit Nass und Marí Emily Bohley konzipiert und geleitet. Über die beiden habe ich ja schon viele gute Worte verloren. Ihre Kurse kann ich 100% empfehlen. Um einen Platz zu ergattern muss man entweder schnell sein oder sehr spontan einen freigewordenen Platz nutzen. Termine sind auf den Websites zu finden.
In diesem Kurs gab es viel praktischen und theoretischen Input. Man konnte sich auch gut persönlich beraten lassen (was stimmt nicht an meinem Layout – was sind die Finessen dieser Schrift – habt Ihr eine Idee für …?). Ein Vortrag über die Inselbücher und die Verlagsgeschichte sowie abendliche Bildershows von einer Workshop-Nordtour, die Birgit und Marí mit dem Turiner Kalligrafen Massimo Polello gemacht hatten, rundeten alles ab.

Zum Kurs-Thema: Wir haben jeder ein altes Inselbuch bekommen (keine seltenen Exemplare), was zufällig bei ganz vielen thematisch sehr gut passte. Ich hatte "Die Jahreszeiten" vom litauischen Schriftsteller Kristijonas Donelaitis. Meine lettischen Wurzeln konnten mit dem Epos aus dem 18. Jahrhundert etwas anfangen. Jahreszeiten auf einer Insel wurden dann das Kernthema. Ich hatte vorher allerlei Meeres-/Küsten-/Inselgedichte, Songtexte und Haikus rausgesucht und auch mein mitgebrachtes Collagematerial, die Farben und Stempel passten gut ans Meer. Der "Reisekalligraf" (der nicht mit dem Auto unterwegs ist) muss sich ja vorher gut überlegen, was alles ins Gepäck kommt.


Wir haben dann ein kleines Buch gebunden in das wir das Konzept für unser Inselbuch notiert haben. Das alte Original-Inselbuch wurde komplett auseinander genommen. Wir haben Collagen im B2-Format gestaltet und später auf das Buchformat zerteilt. Alles wurde bearbeitet, eingefärbt, beschrieben, illustriert und mit Blanco- oder farbigen Papieren (von Transparentpapier über Vorsatzpapier bis zu Fotos) in eine passende Ordnung und Größe gebracht. Dann ging es einen kompletten Tag lang darum das Buch zu binden, einen Buchdeckel inklusive Kapitalband zu gestalten und alles zu verleimen. Meine 19 Lagen ließen sich schneller verarbeiten, als ich dachte. Als dann alles trocken war konnten wir die Bücher öffnen und weiter mit Leben füllen. Jetzt wurde es allerdings etwas schwieriger, da man ja eine Buchkante hat und jede Seite trocknen muss bevor man an einer anderen arbeiten kann.


Ich werde in den nächsten Tagen mehr Fotos von meinem Inselbuch zeigen, für einen einzigen Blogeintrag ist das zuviel.

09 Juni 2014

Meine »Kulturelle Landpartie« 2014

 
Bereits zum 25. Mal fand die Kulturelle Landpartie statt. An einem Bilderbuch-Sommertag habe ich mich mit netter Begleitung ins schöne Wendland aufgemacht. Wie immer gab es viel zuviel zu sehen und zu erleben. Wer kann sollte gleich ein paar Tage dafür einplanen oder sich sehr gut vorbereiten. Das Wendland ist so groß und schön, da reicht ein Tag nicht aus.

Wir haben gezielt 5 Orte angesteuert. Besonders schön fand ich es in Kröte: zig Künstler zeigten hier ihre Werke. U.a. waren die neuen Bilder von Inga Rusz zu sehen, die Detailfotos von Uwe Rusz und die poetischen Objekte und Bilder der Illustratorin Irmhild Schwarz. Tja, und dann die leckeren Torten im Scheunencafé …
In Beesem haben wir die wunderbare Mareike Scharmer besucht, in Reddereitz die kreative Keramik von Fine Jahn und die genialen Walkstoffarbeiten von Marie Luise Hansen bewundert. Und dann waren da auch noch einige Pinguine. Die Jungs sind mir ja seit Wallace & Gromit (Technohose) und dem »Känguru-Manifest« sehr suspekt.
Der Werkhof Kukate bot wieder viel für Groß und Klein. Hier habe ich auch schon sehr schöne Workshops besucht.


Fazit: ja, ich komme 2015 wieder. Und Ihr solltet Euch auch mit dem Programm bewaffnen (am besten vorher bestellen) und kommen. Die Website ist nicht sehr nützlich, dort sind nur die Basisinfos zu finden. Und eine App gibt es leider nicht, die wäre aber wirklich sinnvoll. Andere Kulturaktionen machen sowas auch sehr gut (Gallery Weekend Berlin z. B.). Man loggt sich ein und bekommt angezeigt, was in der Nähe ist. So kann man sich treiben lassen ohne allzuviel zu planen und entdeckt einiges dabei ganz zufällig. Kurze Texte und Bilder wecken das Interesse. Ein integrierter Routenplaner wäre auch schön. Naja, ich kann ja mal träumen …