26 Januar 2015

Musik und Kalligrafie …

was hat das denn jetzt miteinander zu tun?


Sehr viel. Schreiben ist nicht gleich schreiben. Eine große Rolle beim »Schönschreiben« spielen Konzentration, Rhytmus und Atmung. Wer z. B. vorher Sport gemacht hat, viel Koffein getrunken hat oder aufgeregt/gehetzt/genervt ist, der wird das ganz deutlich merken. Eigentlich Zeitverschwendung sich dann hinzusetzen um Kalligrafie zu praktizieren. Außer es soll wild aussehen – dann nur zu.
Hier geht es erstmal um eine ruhige Hand. Und dann geht es auch noch darum sich nicht zu verschreiben. Das passiert leider oft, wenn man nicht ganz bei der Sache ist. Und es gibt keine »Undo-Taste« – Fehler sind schwer bzw. manchmal auch gar nicht zu korrigieren. Man muss von vorn anfangen.

Bei mir funktioniert es wirklich sehr gut mit Hintergrundmusik zu arbeiten. Ich habe einen Mix, den ich »Klangteppich« nenne. Es sind meist Stücke ohne Gesang (und wenn, dann Chor oder unverständlich), eher ruhig, fließend. Sie lenken nicht ab, blenden aber andere Geräusche aus, so dass ich mich besser konzentrieren kann und leicht in einen Flow komme.
Ich geb euch mal ein paar Tipps, denn vielleicht arbeitet ihr ja auch gern mit Musik oder wollt es ausprobieren. Ob nun bei Kalligrafie oder irgendwelchen anderen Tätigkeiten. Macht euch einen eigenen Mix, dann müsst ihr nicht zwischendurch überlegen was als nächsten kommen soll. Mein Klangteppich ist über 3,5 Stunden lang und ich lasse ihn in zufälliger Reihenfolge laufen.

Die Musik darf keine zu große Dynamik enthalten, keine großen Unterschiede in der Lautstärke und nicht zu schnell sein. Man kann nicht sagen, dass Klassik grundsätzlich funktioniert, dem ist nicht so.
Oft ist Filmmusik gut geeignet, denn da spielt sie ja auch eine wichtige Rolle – im Hintergrund. Gute Komponisten sind da z. B. Wim Mertens, Michael Nyman, Bruno Coulais, Yann Tiersen, Niki Reiser, Ludovico Einaudi.

Konkrete Stücke und Platten, die ich euch empfehle:

The Köln Concert, Part I – von Keith Jarrett (26 Minuten!)
Una Mattina - von Ludovico Einaudi (ganze Platte Una Mattina)
The Scent of Love – von Michael Nyman (vieles aus The Piano)
Struggle for Pleasure – von Wim Mertens (vieles aus Belly of an Architect)
La Califfa – von Ennio Morricone
Sister Sara's Theme – von Ennio Morricone
Jenseits der Stille – von Niki Reiser (vieles aus Jenseits der Stille)
The Lion fell in love with the lamb – von Carter Burwell (einiges aus Twilight)
J'y Suis Jamais Allé – von Yann Tiersen (Le Fabuleux Destin d'Amélie Poulain)
Comptine D'un Autre Été: L'après Midi – von Yann Tiersen (Le Fabuleux Destin d'Amélie Poulain)
Les Choristes – von Bruno Coulais (vieles aus Les Choristes)
Brokeback Mountain 1 – von Gustavo Santaolalla (vieles aus Brokeback Mountain)
Taste of Summer – von Stephan Borman (vieles von Songs from a small room)
Overture – Steve Fisk & Benjamin Gibbard (About a son)
Waltz for Eino – Lepistö & Lehti (Radion Moskova)

Vivaldi: Violin Concerto In F Minor, Op. 8/4, RV 297 – von Albrecht Mayer (In Venedig)
Chopin: Prelude #15 In D Flat, Op. 28/15 – von Martha Argerich (Chopin: Préludes, Sonata #2)
Telemann: Recorder Sonata In C, TV 41/C5  – von Dorothee Oberlinger (Telemann: Works For Recorder)

Wie wunderbar Klaviermusik Kalligrafie ergänzt könnt ihr in diesem Video sehen. Es zeigt die kreative Kooperation von Massimo Polello und Birgit Nass »Wunderkammer«

Wenn ihr auch Musik-Tipps für mich habt: immer her damit!

19 Januar 2015

Mein Arbeitsplatz 2015

 
Mein Arbeitsplatz – ein Arbeitsplatz? Nein, das wäre mir zu wenig. Neben meinem Computerarbeitsplatz mit einem großen, meist aufgeräumten Tisch, habe ich einen Zeichen- und Kalligrafie-Arbeitsplatz. Um den geht es jetzt, denn ich habe ihn optimiert: Die Wand dunkelblau gestrichen und Vierkantleisten angebracht auf denen alle meine Tinten und Tuschen Platz finden. Sie sind geordnet nach Marken und Arten (wasserfest – wasserlöslich). Es erleichtert die Wahl und bringt mir viel Übersicht und mehr Platz auf dem Tisch.

Außerdem sieht es sehr gut aus. Auf dem kleinen Bild könnt ihr sehen wie die Wand vorher aussah.

In der Werkstatt nebenan habe ich noch einen Keramikarbeitsplatz (Töpferscheibe, Ofen & Co), einen Bereich zum Drucken (Abziehnudel und Siebdrucktisch) und einen zum Nähen (ein ausklappbarer Tisch, der samt Maschine im Schrank verschwindet). Dann gibt es eine Spüle mit Arbeitsplatte, was zum Farbenmischen und Töpfern unerlässlich ist. Die meisten Wände sind mit Farben und Materialregalen ausgestattet. Es klingt größer als es ist, es ist einfach gut organisiert

Ich bin wirklich happy, dass ich Raum habe für alles und nicht groß umräumen muss um das eine oder andere zu tun. Einen Kurs könnte ich hier aber nicht geben, höchstens im Sommer, wenn die Teilnehmer draußen arbeiten können. Ja, so etwas spukt in meinem Kopf herum, denn ich bekomme öfter Anfragen, ob ich das nicht mal anbieten möchte. Lasst mich mal noch etwas darauf herumkauen :-)

Mir ist es sehr wichtig einen schönen, aufgeräumten und praktischen Arbeitsraum zu haben – hier verbringe ich schließlich einen Großteil des Tages. Und nur wenn um mich herum kein Chaos herrscht, dann kann ich klar und konzentriert denken und kreativ sein. Das sogenannte kreative Chaos entsteht im Eifer des Gefechts von ganz allein. Das darf auch sein. Am Abend, oder nach einer bestimmten Projektphase, muss es dann aber wieder verschwinden und Raum für neue Ideen und Projekte machen.

Ich wünsche euch ein fantastisches, aufgeräumtes Jahr 2015 (also z. B. Sommer im Sommer und Winter im Winter), gespickt mit lauter schönen Überraschungen.