22 Juni 2015

Convention, Open Space, Hummeln, Schmetterlinge & Sketchnotes

 
Die 9. »WEC-Convention« (Woman Entrepreneur Club – Forum für selbstständige Frauen) fand Ende Mai in Hamburg statt. Als eine der Organisatorinnen lag mein Schwerpunkt auf Gestaltung: Flyer, Logo, Namensschilder ... Für den Open Space Tag habe ich ein Info-Poster gezeichnet um den Prozess zu visualisieren.

Am Abend des ersten Tages hatte ich dann die Idee am Wochenende einen Workshop anzubieten für alle, die gern mal was in ihrer Präsentation oder den eigenen Notizen zeichnen wollen, aber nicht so richtig wissen wie. »Sketchnotes« eignen sich da hervorragend. Ich hatte letztes Jahr das wunderbare Buch von Mike Rohde durchgearbeitet und einen Workshop besucht, so dass ich ganz gut gewappnet war. Allerdings habe ich noch nie selbst einen Workshop gegeben :-) Hier bot sich die Chance, denn viele fanden das Thema spannend – und so hatte ich eine Übungsplattform.
Kurzfassung: es lief super, hat mir Spaß gemacht und die Teilnehmerinnen haben schön mitgemacht.
(Danke an Mara Saueracker und Ulrike Parson für die Fotos von mir!)


Und darum ging es (aus meinem WEC-Protokoll):

1) WAS sind Sketchnotes?
- eine Kombination von Skizze/Symbol und Notiz
2) WARUM sind sie sinnvoll?
- das Gehirn kann die Kombination aus Bild und Text wesentlich besser speichern als reinen Text
- man erkennt auf den ersten Blick worum es geht
3) WOFÜR kann ich sie nutzen?
- für ganz viel: Protokolle, Notizen, Präsentationen, Konzepte, Mindmaps, Vokabeln lernen, Nachrichten, Einkaufszettel, Flipchart, Web, Buchzusammenfassungen, Visualisierung jeder Art ...
4) WAS brauche ich?
- Stifte/Marker (als Basis:schwarz und eine Zusatzfarbe)
- Papier/Notizbuch/Flipchart
- oder Tablet/iPad mit Zeichen-App und Stift
5) Die ELEMENTE
- Schrift (dick/dünn/groß/klein/breit/schmal/Handschrift/Druckschrift/3D ...)
- "Container" um sie mit Text/Bild zu füllen (Kästen, Banner, Herzen, Wolken, Sprechblasen, Kreise, Balken, Torten ...)
- Schatten/Flächen zur Hervorhebung
- Linien (einfach, doppelt, gestrichelt, dick, dünn, gebogen ...)
- Figuren (Strichmännchen oder Gesichter jeder Art)
- Bullets (Punkt, Strich, Kreuz, Stern, Hashtag, Fragezeichen, @, • ...)
- Pfeile (in jeder Form)
- Bilder und Symbole
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• WICHTIG: man muss nicht zeichnen können!
• Jeder kann Sketchnotes machen!
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6) WIE zeichne ich?
- Keep it simple
- keine komplizierten detailreichen Zeichnungen
- jedes Ding lässt sich vereinfachen indem man es in seine Grundformen auflöst
- alles kann aus Quadrat, Kreis, Dreieck, Linie und Punkt konstruiert werden
- durch Übung entwickelt man am besten sein persönliches Vokabular an Symbolen
- es gibt kein richtig oder falsch, gut oder schlecht
Wir haben gemeinsam viele verschiedene Dinge gezeichnet: Baum, Hase, Milch, Rechnung, Laptop, Telefon, Cola, Ananas, Becher, Locher, Schere, Kaffeemaschine ...
TIPP: schreibt euch ganz viele Begriffe aus einem Themenbereich auf (Urlaub, Büro, Kleidung, Zootiere, Umwelt ...) und zeichnet sie dann SO EINFACH WIE MÖGLICH. Je mehr ihr übt umso eher entwickelt ihr euer eigenes – schnell abrufbares – visuelles Vokabular.
7) GESICHTER und EMOTION
- es gibt ein ganz einfaches 9er Raster mit dem man verschiedene Gesichtsausdrücke zeichnen kann
Es wird u.a. in dem Buch "Sketchnotes Handbook" von Mike Rhode erklärt:
Wenn ihr "Sketchnotes" googelt findet ihr Anregungen und Infos ohne Ende.
8) LAYOUT und KONZEPT
- um ganze Themenkomplexe zu visualisieren sollte man sich vorher überlegen wie das Blatt aufgeteilt wird, damit der Platz ausreicht oder nicht alles am Rand klebt.
- zuerst kann man einen Titel platzieren
- von der Mitte nach außen arbeiten (Mindmap)
- in Spalten
- als gewundener Pfad
- in Kreisen von innen nach außen
- als Torte mit 4, 8 oder mehr Stücken
9) für Fortgeschrittene 
- Graphic Recording/Visual Recording/Visual Thinking (z. B. Vorträge live aufzeichnen)
dazu gibt es wunderbare Beispiele im Netz, auch als Filme
10) Vorbereitung:
- aus der Runde kam die schöne Idee Bildelemente schon vorzubereiten, wenn es um eigene Präsentationen/Workshops geht und nur live zu ergänzen durch Text und einfache Elemente

19 Juni 2015

Goldene Zeiten

 

Für eine Goldene Hochzeit habe ich ein Palmblattbuch aus 22 Karten gestaltet. Die Collagen auf der einen Seite sind gold, auf der anderen silbern. Kleine Zitate u. a. von Loriot und Bilder zieren die Seiten.

08 Juni 2015

Den Sargnagel auf den Kopf treffen – Logo

KulturDesign mal anders – mein Schwerpunkt im Kulturbereich wurde um eine interessante Facette erweitert: Bestattungskultur.



Für mich zeichnet die Firma Föhring Bestattungen besonders ihre herzliche Note, Wärme und Empathie aus. Der Satz "Wir geben Halt wenn Sie loslassen müssen" trifft den Sargnagel auf den Kopf.
Deshalb hab ich mich natürlich besonders gefreut, als ich gefragt wurde ob ich ein neues Logo gestalten kann, was ohne die übliche Bestatter-Bildsprache auskommt. Es kann dann auch auf schönen Merchandising Produkten eingesetzt werden und weckt keine unangenehmen Assoziationen. Wer möchte schon beim Brillenputzen oder Schreiben an düstere Stunden erinnert werden.




Die Herzlichkeit von Nicola, Herbert, Selina und Elisa Föhring galt es optisch einzufangen. Der Wunsch war dabei die Initialen FB (Föhring Bestattungen) zu verwenden. Interessant war für mich dabei, dass Bestatter keine enge Zielgruppe haben, denn jeder im vertragsfähigen Alter kann irgendwann mal ihr Kunde werden. Unabhängig von Geschlecht, Gesinnung, Religion, Nationalität, Alter, sozialem Status, Einkommen, Werten …
Aber wie macht man es allen recht? Das braucht man gar nicht erst versuchen, lieber auf das, was es zu vermitteln geht konzentrieren und etwas schaffen, hinter dem meine Kunden stehen.

Ich habe etwas recherchiert und dann haben wir uns getroffen und geklärt was geht und was nicht gewünscht wird. Mir blieb sehr viel Freiraum und das sind mir immer die liebsten Jobs. Danach habe ich wild drauflos gescribbelt, was alles mit F und B möglich ist. Ich kam auf Flügel, Herzen, Brücken, Luftballons und allerlei abstrakte Formen.
Dann habe ich alles am Computer umgesetzt, was mir sinnvoll erschien. Meine Favoriten waren auch die der Föhrings. 2 davon habe ich weiter ausgearbeitet und in Anwendungen, positiv, negativ, farbig und schwarz-weiß präsentiert, denn dann kann man ein Logo am besten beurteilen.

Das Rennen gemacht hat das FB-Herz, in dem man auch 2 einander zugeneigte Köpfe sehen kann oder aufsteigende Ballons (ein Ritual, was man von manchen Feiern kennt). Der Rotton und ein Rotverlauf für Hintergründe sind knackiger und frischer gewählt als der bisher verwendete "Rosenholz-Ton".

 Nach und nach wird das Logo auf neuen Printprodukten benutzt und ist bald auch auf der Website zu sehen. Das war eine fluffig-schöne Zusammenarbeit.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg, liebe Föhrings! Und herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Firmenbestehen!