27 November 2015

Weihnachtsmarktsaison

 
Auf nach Frankfurt Höchst! – Warum?
Weil es an diesem Wochenende einen sehr schönen Weihnachtsmarkt auf dem Höchster Schlossplatz gibt und den 7. Höchster Designparcours. Außerdem könnt ihr in der Galerie am Schlossplatz 9 die Werke von 8 Künstlern bestaunen und erwerben – u. a. auch meine Weihnachtskarten, Geburtstagskalender, Keramik & Co.
Die Karten könnt ihr hier sehen.

22 November 2015

Heute wird's persönlich.

 

Vor genau einem Jahr hatte ich einen kleinen Unfall mit Folgen. Die Beeinträchtigungen wurden schnell auf die Gehirnerschütterung geschoben. Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen, Sprachstörungen, Schlafstörungen, Hitzewallung, geschwollene Augen, Sehstörungen, Probleme beim Treppensteigen, Gewichtsabnahme ... Und ich hab einfach ganz "normal" weitergemacht: diverse dringende Jobs erledigt, die Bude geschrubbt, den Haushalt geschmissen, tonnenweise Plätzchen gebacken, den Garten winterfest gemacht, Kurse besucht, Orgatreffen absolviert, Großeinkauf, Weihnachtsdeko angebracht, eine kleine Feier durchgezogen, bei einem Umzug geholfen und in der alten Wohnung gestrichen, Steuererklärung, Spieleabend, Hühnerstall gesäubert, getöpfert, genetzwerkt, Weihnachtskarten verkauft … ist ja alles SO wichtig. 


Als meine Beschwerden nicht nachließen, ich war fast arbeitsunfähig, wurde mir – beim 3. Arztbesuch und erst nach 3 Wochen – endlich Blut abgenommen. Und dann ging alles ganz schnell: ein Anruf und ein Termin bei einer Nuklearmedizinerin. Das klingt ja schonmal ziemlich wild. Aber dann wusste ich endlich was los ist, wie gefährlich es ist und auch dass es dagegen Tabletten und andere Maßnahmen gibt. Das war für mich erlösend, aber auch beängstigend. 1 Jahr lang würde es mindestens dauern. So ist es auch. Im Januar werden die Tabletten versuchsweise abgesetzt und die Chancen stehen ganz gut, dass es das dann war.


Diese Sache hat mein Leben sehr verändert. Ich wusste immer, dass ich zuviel mache, das hat mich aber nie davon abgehalten. Der Unfall und die Folgen haben nun nachhaltig etwas Gutes bewirkt. Ich stehe bei mir seitdem wirklich und tatsächlich an erster Stelle. Das war vorher nicht so. Ich mache weniger und das bewusster. Pausen, Urlaub und Yoga sind wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ich passe auf mich auf. Und ich kann jetzt viel besser Nein sagen. Endlich.
Deshalb ist der 22. November für mich ein ganz besonderes Datum.

Mein wunderbares Netzwerk, meine Freunde und Familie haben mich sehr unterstützt. Ich danke euch! Die Craniosacralbehandlungen bei Alexandra Scheper und Vivian Kolbe haben kleine Wunder bewirkt. Durch die homöopathische Unterstützung von Astrid Fischer konnte ich nach einigen Monaten wieder in den Spiegel gucken. Und die Schilddrüsenliteratur von Irene Gronegger hat mir wirklich vieles erklärt.

Aufmerksame Blogleser werden sich jetzt an mein Zigarrenkisten-Projekt vom Januar erinnern. Darin hab ich mich künstlerisch mit dem Unfall und den Folgen auseinandergesetzt. Ich bin sehr dankbar, dass meine kreative Energie nie nachlässt. Eine kreative Blockade hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Ein großes Geschenk.

 Ihr Lieben: bleibt gesund!

16 November 2015

So entstehen kalligrafische Weihnachtskarten

 
Auch in diesem Jahr gibt es wieder neue Weihnachtskarten von der Deichgrafikerin – op Platt. Wie sind sie entstanden? Ich führe euch durch die verschiedenen Schritte der Gestaltung.


Zuerst war da die Idee für Inhalt, Text und Layout, die ich in meinem Skizzenbuch vor ein paar Wochen festgehalten hatte. Ein Rundsatz mit 3 Zeilen war mein Wunsch, geschrieben in schmaler Fraktur. Er sollte später in weiß auf farbigem Hintergrund stehen.


Erstmal hab ich grobe Entwürfe mit Bleistift auf Transparentpapier gemacht. Dabei sollte der Text nicht mitten in der Zeile getrennt werden, sondern sinnvoll Runde für Runde. Mit unterschiedlichen Federstärken und variierender Schriftgröße hat man da einigen Spielraum. Das Layout habe ich ungefähr doppelt so groß gemacht, wie ich es auf der Postkarte haben wollte. Mit verschiedenen Speedball-C-Federn habe ich die passende Schriftgröße für jede Runde ausprobiert und gemessen.



Den Stand der Wörter hab ich dann auf 300g/qm Aquarellkarton übertragen (z. B. den hier). Dafür hab ich mit dem Zirkel Kreise gezogen für die vorher ermittelte Grundlinie und die x-Linie der Schrift. Den Ober- und Unterlängen wollte ich Spielraum lassen, je nachdem wo sie später stehen und wie es dann schön aussieht.

Zum Schreiben habe ich dunkle Rohrer und Klingner Schreibtinte genommen, weil die schön präzise Kanten macht. Dann tief durchatmen und konzentriert schreiben. Nach dem 2. Versuch sah es für mich schon ganz stimmig aus.


Ich hab die Bleistiftlinien wegradiert und es eingescannt. In Photoshop habe ich den Kontrast stark angehoben und ein schwarz-weißes Bitmap-Tiff erzeugt. Eine Vektorgrafik zu erstellen ist für diesen Collage-Zweck nicht nötig. In InDesign habe ich dann den Rundsatz weiß gefärbt und auf den unterschiedlichen weihnachtlichen Fotohintergründen ausprobiert. Da ich viel fotografiere habe ich ein gutes Archiv geeigneter Motive für alle möglichen Zwecke. Diese hier sind Makro-Aufnahmen von Ausschnitten aus meinen Collagen und von Tintenflächen mit Salzkristallen.
Die Fusion der Elemente zu einem Layout geht natürlich auch in anderen Programmen, aber da ich keine Filter oder sonstige Effekte und Feinheiten einsetzen wollte, war für mich ein Layoutprogramm passender – aber da hat jeder seine Vorlieben.


Zwar wollte ich ursprünglich nur eine Karte machen, aber ich fand dann 3 Motive so schön, dass ich sie als Karten mit gerundeten Ecken habe drucken lassen. Es steht ja kein Jahr auf den Karten, so kann ich sie länger verwenden. Die Rückseiten sind auch gestaltet, aber so dezent, dass noch genug Platz zum Beschreiben bleibt.


Nach ein paar Tagen waren sie schon bei mir und jetzt kann man sie im Shop von the flap of a seagull's wing kaufen. Natürlich nur jetzt in der Saison.
Ho Ho Ho!

09 November 2015

Zirkelkasten-Upcycling

 
Ich hab's wieder mal getan – einen spannenden Workshop besucht.
Im »Zirkelkastenbuch-Kurs« mit Birgit Nass, Ireen Kranz und Marí Bohley haben wir 3 Tage lang in Lauenburg alte Zirkelkästen geleert, auseinandergenommen, repariert und mit viel Liebe in wunderschöne Buchunikate verwandelt.


Es sind hierbei sehr viele Arbeitsschritte nötig, vor allem für den kleinen leinenbezogenen Kastendeckel, der die Utensilien, die anstelle der Zirkel in den samtenen Kasten kommen, mit einem Magnetverschluss vor dem Herausfallen schützt. Buchbinderin Ireen hat uns in kleinen Gruppen und kleinen Lernhäppchen durch diese komplexe Arbeit geführt. Mit ihr hatte ich bisher noch nicht gearbeitet und ihre Art zu arbeiten und zu unterrichten hat mir sehr gut gefallen.



Da jeder Kasten ein anders Format hatte, musste viel gemessen und überlegt und natürlich sehr genau gearbeitet werden. Dafür wurde sogar Graupappe nach dem Kleben geschmirgelt. Aber auch gröberes Werkzeug, wie Tacker und Stechbeitel, kamen zum Einsatz. Der Buchrücken muss sehr stabil sein, da es ein dickes, schweres Buch ist. Kleine Löcher zum Einnähen der Seiten wurden gestanzt – genau die richtige Anzahl an den richtigen Platz.



Zum Zirkelkastenformat passend haben wir einen Buchblock geschnitten und gestaltet. Da es im Kursraum der Zündholzfabrik so viele Werkzeuge gab, konnten wir mitgebrachtes und vorhandenes Material prägen, stanzen, bedrucken, bestempeln, collagieren, beschreiben, bemalen. Und dann wurden die Lagen mit dem passenden Zwirn oder Gummiband in den Bucheinband eingesetzt.



Ich habe ein kleines dickes Buch in rot-schwarz-creme gestaltet. Es hat kein Thema, aber viele freie Seiten und nur ein paar Bilder aus alten Zeitungen. Das ist mein praktisches Buch.
Und dann hab ich noch ein großes etwas dünneres Buch in grau-schwarz-creme gestaltet. Es ist mehr eine Art Buchkunstobjekt und es dreht sich darin – in Erinnerung an das, was der Kasten früher  beherbergte – um das Thema "kreisrund". Darin sind Punkte, Kreise, Sternkarten, runde Seekartenausschnitte, Löcher und in einer rundlichen Schrift (Unziale) Texte, die von Rundem handeln.

Die Kästen haben wir übrigens bei Ebay oder auf Flohmärkten gefunden. Auch wenn es erstmal Überwindung kostete sie zu sezieren (ähnlich wie beim Insel-Buch), so haben wir ihnen doch neues Leben eingehaucht und ich bin sicher, sie wären sonst ziemlich bald im Müll gelandet. Jetzt werden sie bewundert, benutzt und geschätzt.


Ein toller Kurs voller Inspiration und Know-how. Danke an Ireen, Birgit und Marí für eure tollen Ideen, den Spaß und das Wissen, was ihr uns immer wieder vermittelt.