18 März 2016

Verschmäht und unveröffentlicht

 
Es gehört zum Gestaltungsalltag dazu: Unzählige unserer Entwürfe landen aus verschiedenen Gründen im Müll. Sie werden abgelehnt, aussortiert, nicht gebraucht.

Ich habe eine große Bitte (vor allem an frische Gestalter) -> Nehmt - es - auf - KEINEN - Fall - persönlich.
Ihr seid nicht eure Arbeit!

Wer sein Designer-Ego in dieser Hinsicht etwas aufbauen möchte liest am besten Bücher wie »Kreativität aushalten – Psychologie für Designer«, »Kreativität und Selbstvertrauen«, »Egal, was du denkst, denk das Gegenteil«, »Der Weg des Künstlers« usw.

Ich hab mir im Laufe der Zeit ein sehr dickes Fell antrainiert, wirke dadurch vielleicht schon gleichgültig. Dabei bin ich einfach im Kopf schon beim nächsten Projekt und hake es schnell ab, fühle mich nicht verletzt wie ein verkannter Künstler.
Kein guter Entwurf ist umsonst entstanden. Die Erfahrung, das Konzept oder Fragmente der Gestaltung sind bestimmt später noch nützlich.

Das hier sind aktuelle Plakatentwürfe zu einer Ausstellung, die nicht genommen wurden. Ich mag sie und deshalb zeig ich sie euch. Aus meiner comicartigen Illustration einer antiken Frauenfigur entstand nebenbei ein Muster, das z. B. für den Einsatz auf Merchandisingartikeln gedacht war.

08 März 2016

Kalligrafie auf Stoff

 

Ich hatte den Auftrag die Stationen einer Weltreise auf Stoff zu schreiben. Dafür waren einige Vorbereitungen nötig, die sich vom Schreiben auf Papier unterscheiden.
Am besten macht man auf einem Reststück des Stoffes vorher Versuche um herauszufinden welche Farbe und welches Werkzeug gut funktionieren.


Der Stoff muss gewaschen und gebügelt sein und mit Klebeband so fest auf einem Untergrund fixiert werden, dass er sich beim Beschreiben nicht bewegt. Auf Papier hab ich die unterschiedlich langen Worte als grobes Layout angeordnet und dann auf dem Stoff mit dünnen Bleistiftlinien die Positionen markiert. So verhindere ich, dass der Platz nicht ausreicht oder Löcher entstehen.
Da die Schrift recht zart sein sollte habe ich nicht mit Pinsel, sondern mit einer feinen Feder geschrieben. Um ein deckendes Weiß zu erreichen musste ich die Acrylfarbe teilweise mehrmals auftragen.


Als alles trocken war habe ich die Bleistiftlinien mit Knetgummi entfernt und den Stoff gebügelt um die Schrift zu fixieren. Meine Kundin wird den Stoff an einen größeren Quilt annähen, der ihre Weltreise abstrakt darstellt. Ich bin sehr auf das fertige Werk gespannt.