31 Mai 2016

Zu Besuch in der Kunststätte Bossard

 
Endlich habe ich mal die wunderbare Kunststätte Bossard besucht.
Hier in der Nordheide hat der schweizerische Bildhauer Johann Bossard ab 1911 ein 3 ha großes Gelände gestaltet. Es ist ein Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Bossard war Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Hamburg.
Ungewöhnliche Gebäude, Ateliers, ein Kunsttempel, ein Skulpturen- und ein Klostergarten, ein riesiges Rund gepflanzter Tannen, verwunschene Ecken … Es sollte ein Ort für Kunst und Austausch sein, und das ist es noch heute. Man kann sehen, dass Johann Bossard sehr fleißig war, auch wenn sicher nicht alle Bilder, Schnitzereien und Plastiken von ihm sind; ein Schüler und seine Frau Jutta waren genauso kreativ tätig.

Heute gibt es verschiedene Veranstaltungen auf dem Gelände. Vom Bildhauerkurs über Ausstellungen, Vorträge bis zum Kunsthandwerkermarkt. Ich hatte das Vergnügen an einer Führung der Leiterin Dr. Gudula Mayr teilzunehmen. Am 26.6. möchte ich bei einer Radtour in Hamburg mitmachen, auf der man einige der Werke besucht, die heute noch von Bossard erhalten sind. U. a. die Löwen vorm Völkerkundemuseum und die Uhr der Börse.

Vom 10.6. bis 11.9. gibt es in der Kunststätte Bossard die Ausstellung "Die Malweiber von Paris" (Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch), die sicher spannend ist. Im deutschen Kaiserreich durften Frauen nicht studieren – für mich heute unvorstellbar –, deshalb gingen sie damals nach Paris.

16 Mai 2016

Kulturelle Landpartie 2016

 
Bei traumhaftem Blauhimmelwetter fuhren wir an leuchtenden Rapsfeldern vorbei ins Wendland zur diesjährigen Kulturellen Landpartie (immer von Himmelfahrt bis Pfingstmontag).


In diesem Jahr wollten wir uns einfach mal treiben lassen, waren ganz offen für alles, was kam. Wir besuchten einige der typischen Rundlingsdörfer, sahen Kunst und Kunsthandwerk und haben mit einigen Künstlern gesprochen.
Hier gucke ich durch ein Holzobjekt von Wolf Kobernuß.


Die Rundlingsdörfer haben eine ganz besondere Ausstrahlung. Hier sind alle, die es im Wendland gibt, aufgelistet Und die kann man sich ja auch angucken wenn keine Kulturelle Landpartie ist.


Wir haben leckeren Kuchen und herzhafte Snacks gegessen, die Preise waren moderat. Besonders gut hat es mir inLÜBELN gefallen. An der Lübelner Mühle haben mich die Arbeiten des Malers Todd Severson »Tausend deutsche Portraits« und »Chainsaw Sgrafitto« und der Keramikerin Antje Wiewinner (vor allem ihre keramischen Objekte) beeindruckt.


In WEITSCHE haben wir auf den wunderbaren Entspannungsliegen von Frank Grabow geschwebt (Kaufempfehlung!).
Und in der Ausstellung im Werkhof KUKATE fielen mir die zarten Arbeiten der Spitzenklöpplerin Kirsten Brinckmann auf, die alles andere als altbacken sind. Man kann Kurse bei ihr machen.
Die Illustrationen von Irmhild Schwarz begleiten einen im Programm der KLP, sie war wieder in KRÖTE zu finden.
Auch wenn ich insgesamt etwas müde bin, was bestimmtes Kunsthandwerk betrifft, werde ich nächstes Jahr bestimmt wieder hinfahren – die gesamte Mischung stimmt einfach.

02 Mai 2016

Ein Frakturschriftzug für Gesa

 
Gesa ist Lektorin und mag alten Kram. Gesakram.
Sie hat Skandinavistik, Germanistik und Anglistik, jeweils mit Schwerpunkt Mediävistik studiert. Alte Handschriften spielen dabei auch immer wieder eine Rolle. Da lag es nahe, dass sie von mir einen passenden kalligrafischen Schriftzug in Frakturschrift bekommt und ein alleinstehendes G als Symbol.
Ich hatte aber zuerst die verschiedensten Gs ausprobiert bis wir uns dann auf die Fraktur eingestimmt haben.


Im ausgewählten Schriftzug hatte ich zuerst ein moderneres s verwendet, damit es für jeden lesbar ist. Gesa hat aber vermutlich Recht mit der Annahme, dass ihre Klientel weiß, dass unser heutiges s in alten Schriften nur am Ende eines Wortes stehen darf. Ansonsten ist das lange s richtig.


Getroffen, besprochen, recherchiert, geschrieben und gezeichnet, gescannt, verändert, besprochen, geschrieben, verfeinert, bejubelt.


Hier sind einige Etappen meiner Arbeit für gesakram zu sehen.