18 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Flaschenpost

 
Flaschenpost bekommt ihr im vierten Teil meines Berichts vom Workshop auf Sylt.

Die Idee dazu hatte ich in der »Lister Austernperle« beim Weinschorle-Trinken. Also die Flasche mitgenommen und losgelegt. Auf das Papier hab ich ein Gedicht von SARK geschrieben, »How to be an Artst«. Eingerollt und fest mit einem Faden umwickelt, der oben rausguckt. Sonst hat man bei so einer schmalen Flasche kaum eine Chance das Papier herauszubekommen. Eine Schnecke ist noch mit drin und am Band hab ich Federn befestigt. Der Korken soll an eine Boje erinnern, rot weiß gestreift.


Abgeschickt hab ich meine Flaschenpost noch nicht, sie ist ja sehr dekorativ – aber wer weiß ...

13 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Details

 
Für den Einband eines Logbuchs messe ich meine Buchseiten/Lagen aus und rille und falze dann den Karton. Zu dicke Collagen werden dann ein Problem. Der Einbandkarton wird dann aber nicht einfach abgeschnitten, sondern weiter eingeklappt. Dadurch wird das Buch stabiler und man kann zusätzliche Seiten einnähen oder Gummis für Stifte durch Löcher ziehen.


Um das Buch zu verschließen hab ich eine Öse mit einem Gummiband eingestanzt.

Im Innenteil habe ich Techniken, die wir gelernt haben skizziert und ausprobiert, und eingeklebt was mir sonst so an Inspiration angespült wurde. Federn oder andere kleine Sachen kann man gut unter Tee- oder Kaffeepapier einkleben. Dafür ist ein Klebestift geeignet (Birgit Naß nennt das dann Trockencollage, weil eben nicht alles schwimmt).

Ich habe eine lange Liste mit Farbennamen darin, die ich am Meer wahrgenommen habe. Das Meer sieht ständig anders aus und hat die unglaublichsten Farben. Aufgewühltes Meergrün, Blaumeerhimmelblau, Treibholzsilber, Salzschaumweiß, Sanftbrisentürkis …

Wir haben mit sehr schönen Texten gearbeitet, u. a. einem Gedicht von Günter Kunert »Auf der Schwelle des Hauses« und von Erich Fried »Meer«.
Gute inspirierende Texte parat zu haben ist nützlich. Dann kann man sich voll aufs Gestalten konzentrieren und hat den weiteren Weg schon im Kopf. Wenn ich erst etwas gestalte und dann einen Text suche wird es schwierig oder passt gar nicht so zusammen.
Für private Sachen kann man natürlich jeden Text nehmen. Will man aber etwas gestalten und es später kommerziell verwerten, dann muss man sehr aufpassen. Entweder die Rechte beim Autor oder Verlag sichern oder nur Autoren nehmen, die länger als 70 Jahre tot sind. Hier findet ihr die aktuelle Liste der gemeinfreien Autoren.

11 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Collagen

 
Für die Einbände der Logbücher haben wir zuerst Collagen auf dickem Papier gemacht. Normalerweise arrangiert man die Bestandteile einer Collage sehr bewusst. Nicht zu viele Elemente verwenden, Gruppen oder Sichtachsen bilden, Farben bewusst einsetzen … aber da man sie danach sowieso noch einfärbt und zerschneidet, hab ich mir abgewöhnt mir zu viele Gedanken zu machen. Ich seh sie eher als schöne Hintergründe. Und sie haben bei mir bisher immer dadurch gewonnen, dass sie zerschnibbelt wurden. Zuerst ist das vielleicht eine Überwindung, aber es entstehen ganz neue Sachen. Details und Formen rücken anders in den Fokus, werden spannend dadurch, dass sie nur noch teilweise zu sehen sind. Probiert es aus, es ist wirklich eine interessante Erfahrung.


Festes Untergrundpapier (z. B. 300g Aquarellpapier) mit Nassklebeband auf einem Brett fixieren, damit sich nichts wellt. Das Collagematerial (vor allem dünne Papiere, Bilder, Seidenpapiere, Teebeutel- oder Kaffeepad-Papier, Oblaten, alte Buchseiten, Einkaufszettel, Tickets, Servietten, Comics, alte Anzeigen, Geschenkpapier …) auslegen und dann mit Stärkekleister (selbstangerührter Mehlkleister oder Tapetenkleister) alles festkleben. Etwas antrocknen lassen und dann mit dem Pinsel anfeuchten und vorsichtig Farben einarbeiten. Hier bevorzuge ich Airbrushfarben, weil sie hinterher wasserfest sind und sich schön aus der Pipette träufeln lassen.
Die Farbpalette habe ich von vornherein dem Thema entsprechend eingegrenzt. und hatte vor allem Blautöne, Grau, Schwarz, Weiß und Silber dabei.
Dann kann man noch mit einem Pinsel, Spachtel oder Schwamm ein wenig Gesso auftragen an Stellen, die weicher oder unauffälliger werden sollen.
Am besten über Nacht auf dem Brett trocknen lassen, damit die Collage ganz glatt bleibt. Und dann vorsichtig am Nassklebeband entlang mit dem Buchbindemesser oder Cutter entlangschneiden.
Auf der Rückseite kann man auch noch collagieren, oder sie einfärben oder weiß lassen – je nachdem was man damit vorhat.

Hier hab ich 3 der Bücher zusammengelegt und man sieht wie die Collage aussah, die ich zerteilt habe.

Inspiration dafür war dieses Foto. Mich haben die Farben stark beeindruckt. Schwarzes Meer, grauer Himmel und dazu ein Leuchten.

08 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Logbücher


Gerade bin ich rundherum happy zurückgekehrt von einem intensiven und bereichernden Workshop auf Sylt.

Sylt? Da macht man doch Urlaub und entspannt am Meer!
Jein. Die meiste Zeit hab ich in unseren Werkräumen verbracht. Das Wetter hat mir dabei geholfen – es war oft sehr stürmisch und regnete, kaum zum Baden geeignet. Geschlafen hab ich eher wenig.
Wenn mir der Rücken so freigehalten wird und der Alltag weit weg ist, dann genieße ich das in vollen Zügen und tobe mich rund um die Uhr kreativ aus. Pures Flow!

Zwischendurch war ich natürlich auch mal am Strand zum Muschelschubsen, oder zum Schlemmen. Meerluft macht hungrig und der Sprachpingel versorgte mich vorher umsichtigerweise mit den besten Adressen.

Der 5-tägige Kurs vom Dreamteam Birgit Naß und Marí Bohley trug den Titel »Seezeichen« und fand in der Akademie am Meer (Klappholttal) statt.
Mein Output ist groß, deshalb werden es wieder mehrere Blogposts. 2014 war ich schonmal bei den beiden im Kurs auf der Insel, da haben wir »Inselbücher« gestaltet. Darüber hatte ich hier berichtet.



Birgit und Marí waren unsere Lotsen, die uns immer wieder auf Kurs gebracht und unterstützt haben. Zuerst haben wir ein Logbuch gestaltet und gebunden, in dem wir notiert, skizziert und verewigt haben was uns wichtig schien.
Na gut, ich habe 5 Logbücher gemacht :-)


Sie haben ein unterschiedliches Innenleben: "Mari-Lage" (fragt mich nicht wie diese aufgeschnittene Faltung tatsächlich heißt) einmal klassisch, einmal experimentell, Zickzack-Leporello, 2-Lagen-Bindung, Altarfalz mit Lagen. So entstanden Bücher für verschiedene Zwecke.
Das geschlossene Format ist ca. 13 x 18 cm.

Details gibt es im nächsten Artikel :-)