28 Februar 2017

Kennt ihr Austin Kleon?

 
Gerade hab ich mich wieder mit jemandem über die inspirierenden Bücher von Austin Kleon unterhalten. Und nun möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Austin Kleon ist ein Künstler und Autor aus Austin/Texas.



"Alles nur geklaut – 10 Wege zum kreativen Durchbruch" und "Show your work – 10 Wege, auf sich aufmerksam zu machen" sind vor allem für Kreative, die gern Social Media nutzen, sehr anregend. Ihr bekommt jede Menge handliche Tipps und Impulse um kreativ aktiver und später auch sichtbarer zu werden. Dabei ist der Schreibstil sehr locker, teilweise humorvoll und die vielen Illustrationen machen die Themen leicht zugänglich.



Abonniert am besten auch gleich seinen Newsletter, der immer freitags erscheint. Da gibt es jeweils 10 anregende Links zum Stöbern.


27 Februar 2017

Pink Martini Plakat

 
Nach 2 Jahren sind Pink Martini mal wieder bei uns. Sie sind nicht nur eine großartige Band, sondern ein, sich ständig veränderndes, musikalisches Kunstwerk.
Bei diesem Projekt gab es bereits ein sehr schönes Artwork aus Kanada, was von der aktuellen Pink Martini CD "Je dis oui!" stammt (hier links zu sehen).
Das Format ist bei uns in Deutschland aber ganz anders und wir haben einen anderen Fokus: Nicht der Tourtitel soll so groß gezeigt werden, sondern der Bandname soll in den Vordergrund rücken. In so einem Fall ist eine Adaption nötig.

Ich habe das vorhandene Druck-PDF in Photoshop auseinandergenommen und das Motiv neu aufgebaut. Die richtige Schrift war leicht herauszufinden und ich habe in Univers 39 alles neu gesetzt.

Pink Martini sind im April auf Deutschland-Tournee. Hier sind alle Termine und weitere Infos zu finden.

22 Februar 2017

Angeln in Angeln

 

Also ich bin ja kein Angler. Ich bin eher ein Finder. Am Strand ist kaum ein Stein vor mir sicher und jede Muschel wird zumindest mal geschubst.
Besonders spannend sind Dinge, die man nicht so oft am Meer findet. Alle Plastikteile sammel ich ein und werfe sie in die Mülltonne, damit sie beim nächsten Hochwasser nicht wieder ins Meer gespült werden und Tiere quälen oder umbringen – und irgendwann wieder in unserer Nahrungskette auftauchen.
Rundgeschliffenes Treibholz ist wunderbar, aber oft zu groß zum Mitnehmen. Rostige Metallteile – großartig! Das Meer schenkt Dingen eine besondere Patina. Also nie ohne Rucksack unterwegs sein :-)
Beim Strandspaziergang im Urlaub in Angeln fand ich eine Box, die mit Sand und rostigen Angelhaken gefüllt war. Was für ein Schatz für Kreativbastler!


Zuhause habe ich eine alte Zigarrenkiste (da hab ich immer diverse auf Vorrat) von innen mit einer Landkarte ausgekleidet, die den Fundort zeigt und einen Minikompass eingebaut. Auf den Deckel hab ich eine Seekarte geklebt und Oblaten. Die Angelhaken konnte ich dann an einem Bambusstock im Kasten aufhängen.


Die Schachtel steht gut, aber ich könnte sie auch an die Wand hängen. Da bin ich noch unschlüssig. Sie wird ihren Platz finden.

20 Februar 2017

Wenn Kunden zu Comic-Figuren werden

 
Der Auftrag lautete: »Wir brauchen eine ganz besondere Einladung – ein Heft mit Fotos, Infotext und einer Story mit kleinen Strichmännchen, Emojis oder so.« Dass ich meine Kunden gleich in Comicfiguren verwandele, damit hatten sie nicht gerechnet.

Wie geht man so ein Projekt an?

Zuerst hab ich überlegt, wieviel Platz und wieviele Bilder (Frames*) ich brauche um die Geschichte zu erzählen. Das ist ja recht flexibel, denn ich kann entscheiden wie groß die Bilder sind, welche Form sie haben, ob ich die Figuren in einzelnen Close-Ups* zeige oder zusammen in einem Frame*, ob es Überschneidungen oder Zooms* gibt ... das lege ich schon im Storyboard* fest.
* Film und Comic haben viel gemeinsam


Bei den Figuren habe ich erstmal geguckt, welche optischen Merkmale für sie charakteristisch sind, also betont werden, und was man alles weglassen kann – reduce to the max. Für die Innenseiten des Heftes gab es diverse Fotos, so dass ich Vorlagen für die Entwicklung der Charaktere hatte.
Dann habe ich ausprobiert welche Art von Mund, Nase und Augen jeweils stimmig ist und damit Gesichtsausdrücke von fröhlich, über pikiert, irritiert, genervt bis zu angriffslustig und wütig getestet. Die Frau ist mir gleich gut gelungen, am Mann hab ich länger getüftelt.

Emotionen darzustellen geht eigentlich ganz einfach: Münder und Augenbrauen werden deutlich verändert. Der wunderbare Austin Kleon hat dafür eine supereinfache Methode entwickelt, die auch für Sketchnotes und Visual Thinking sehr nützlich ist. Guckt mal hier.
Unzählige Möglichkeiten ergeben sich, wenn man dann noch verschiedene Gesichtsformen und Frisuren zeichnet.


Hier sind ein paar von mir gezeichnete Frauen und Männer als Beispiel.


Ich zeichne meist mit Bleistift oder Fineliner auf Papier. Hier wollte ich einen rauen, schnellen Strich und habe meinen Lieblingsbleistift, den Palomino Blackwing 602 genommen.

Als Basis habe ich eine Figur (ohne Gesicht) verwendet, die mir bei den ersten Entwürfen gut gelungen ist. Ich hab sie immer wieder auf dünnes Layoutpapier durchgezeichnet und dabei dann jeweils einen anderen Gesichtsausdruck eingesetzt.
Es ist viel für die Tonne entstanden, aber auch genug Materiel für den Comic. Natürlich kann man das auch viel einfacher haben: eine Figur einmal zeichen, einscannen und dann jeweils einen neuen Gesichtsausdruck einsetzen. Oder gleich am Tablet machen und copy & paste nutzen. Das finde ich aber bei weitem nicht so lebendig, wie eine Figur, die neu gezeichnet wurde. Und Übung kann ja sowieso nie schaden.

Die Frames, Sprech- und Denkblasen hab ich auch in verschiedenen Versionen gezeichnet.
Dann alles gescannt und in Photoshop in SW-Bitmaps umgewandelt, was den Strich noch etwas gröber macht und sich dann im Layoutprogramm gut zusammensetzen, einfärben und anordnen lässt.

Als Schrift habe ich vor allem die Computerschrift Desyrel genommen, auch wenn Handlettering für mich kein Problem wäre. Zum Problem wird es dann erst bei Text-Korrekturen, es müsste alles neu geschrieben und bearbeitet werden. Das ist mit Computerschriften deutlich effizienter. Auf dem Umschlag ist noch dezent die Schrift Jane Austen zu sehen.

Es ist insgesamt ein 12-seitiges Heft im Oktavformat (A6) geworden, so wie die kleinen Aufgabenhefte aus der Schule.


Vorab gab es noch ein digitales "Save-the-Date", denn das Heft gab es ja noch gar nicht, also hab ich in Photoshop eine Simulation gemacht, bevor ich überhaupt mit der Gestaltung und den Illustrationen angefangen hatte.

13 Februar 2017

Zu Besuch auf Schloss Gottorf

 

Letzte Woche staunte ich mich viele Stunden durch Schloss Gottorf in Schleswig: Kunst, Kultur, Kunsthandwerk, Architektur, Geschichte, Archäologie – ein Landesmuseum, was mit seinen verschiedenen Bestandteilen für die ganze Familie ein gutes Ausflugsziel ist.

Im Winter kann man zwar nicht alles besichtigen – Barockgarten und Globus, Reithalle und Kreuzstall waren geschlossen – aber man bekommt mehr als genug zu sehen.


Da ist zuerst mal das Schloss selbst. Ich war beeindruckt von der Schönheit einzelner Räume, dem Stuck, den Deckenformen, besonderen Details und Möbeln.
Besonders der Hirschsaal (früher ein Musik-/Tanzsaal) hatte eine spezielle Atmosphäre und Akustik. Die Decken sind schwarz bemalt, aber im Stil stark vergrößerter Zeichnungen. An den Wänden prangen plastisch-gestaltete Wildtiere vor gemalten Naturszenen – endlich mal keine toten Tierköpfe und Geweihe an der Wand. Der Plöner Saal strahlt dagegen leicht und hell in Weiß und Gold.
Es gibt eine schöne Jugendstilsammung und an Emil Nolde kommt man natürlich in Schleswig-Holstein auch nicht vorbei.

Das gigantische 1700 Jahre alte Nydamboot ist ein einem eigenen Gebäude links vom Schloss untergebracht.


Und die Galerie der Klassischen Moderne bietet so viel wunderbare Kunst, auch ganz aktuelle, dass man schon allein hier einen erfüllten Tag verbringen kann. In dem Gebäude ist auch ein Café.
Und dann gibt es natürlich immer wieder Sonderausstellungen.


Wenn ihr da mal in der Nähe seid, dann nehmt euch die Zeit für einen Besuch. Und danach geht ihr zur Belohnung dann lecker Fisch essen an der Schlei.

06 Februar 2017

#coffebreak #project

Am 1. Januar startete ich auf meinem twitter-Account KulturDesign mit dem Coffeebreak-Projekt. Bei diesem Kunstprojekt habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, jeden Tag ein benutztes Coffeepad auseinanderzunehmen und auf einer Fläche von 15x15 cm damit etwas Neues zu schaffen. Ganz spontan und frei, inspiriert vom jeweiligen Tag, dem Wetter, meiner Stimmung, einem Zitat ...
Oben seht ihr die 31 Coffeebreaks aus dem Januar.

Mit Teebeuteln, Zigarettenpapier, Algen und anderen hauchdünnen Collagematerialien arbeite ich schon länger. Seit ich so einen praktischen Kaffeespezialitätenautomat habe, fallen nun diese schönen runden Gewebe an und es wäre viel zu schade sie wegzuwerfen. Upcycling heißt das Zauberwort.

Ich habe auch kleine Bücher aus Coffeepads genäht, sie eingefärbt und viele Ideen für andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meinem Pinterest-Board habe ich ein paar Kaffee-Tee-Inspirationen gesammelt.

Ich dachte diese Dinger und auch Teebeutel bestünden aus Papier/Cellulose, aber meine Freundin Stephanie, die das Portal Plastikfreier Leben betreibt, hat mich aufgeklärt, dass auch da Plastik enthalten ist.Vielleicht gibt es bald welche ohne?

Demnächst Zeige ich euch, was ich gerade mit Teebeuteln mache :-)