27 März 2017

Ich kann ja nicht zeichnen ...

  ... aber würde es so gern tun – die anderen sind viel besser – ich lern das nie – ich trau mich nicht – ich hab nicht das richtige Material – ich hab keine Zeit – ich bin gar nicht kreativ – aus mir wird nie was – alle werden über meine Zeichnungen lachen ... Ha ha ha …
Eure Ausreden könnt ihr jetzt vergessen.



Danny Gregory ist ein wunderbarer Künstler, Lehrer, Autor und Blogger. Seine Bücher sind Gold wert. Wenn ihr „The Creative License“ gelesen habt, dann kann euch nichts mehr bremsen. Die unsinnige Hemmschwelle wird komplett ausgeräumt – versprochen!

Es gibt Inspiration, Unterhaltung, Motivation, Einblicke, Tricks, Know-How und jede Menge wunderbare Zeichnungen. Spätestens auf Seite 24 wollt ihr euer eigenes Skizzenbuch (Art Journal) starten oder den Zeichenstift wieder öfter benutzen.





 "An Illustrated Life“ zeigt die Zeichnungen, Skizzenbücher und Arbeitstische von 49 ganz unterschiedlichen Künstlern. Dazu erzählen sie auf ihre Weise wie sie arbeiten, woher sie ihre Ideen bekommen, was sie interessiert und antreibt oder was ihnen Probleme bereitet. Wunderbar vielfältig und inspirierend.

Hier findet ihr alle Bücher von Danny Gregory und jede Menge Infos. Viel Spaß beim Entdecken!

20 März 2017

Runde Minibücher

 
Ein weiteres Projekt bei dem ich Coffeepads recycled habe: Minibücher – ich nenne sie CoffeeBooks.


Dafür trockne ich benutzte Coffeepads, nehme sie vorsichtig auseinander (der Kaffee kommt auf den Kompost) und bügle sie zwischen Geschirrtüchern.
Dann werden die Pads einseitig oder beidseitig mit deckender Farbe bestrichen (Acryl, Gesso, Lack, Gouache, Plaka … was gerade da ist). Das verhindert, dass beim Beschreiben Farbe durchzieht.
Ich falte sie in der Mitte und nähe sie mit der Hand zusammen.


Und dann kann man sie beschreiben mit kurzen Gedichten oder einem Gruß, oder etwas hinein malen.
Die Seiten fühlen sich leicht ledrig an und sind nach der Bearbeitung sehr stabil.


Eine schöne Ergänzung sind auch kreisrunde Seiten aus alten Büchern, Notenblättern oder Bildern.
Ein angenehmer Nebeneffekt: die Bücher duften später noch leicht nach Kaffee.

13 März 2017

Alles Ansichtssache

 
Wie das Brechen von Sehgewohnheiten und ein kleiner Perspektivenwechsel unseren Horizont erweitern kann.

»When you change your way to look at things the things you look at, change« Wayne Dyer


Ich habe an einer Fotoserie ausprobiert, wie meine Welt aussieht, wenn ich sie auf den Kopf stelle.
Die Bilder wirken anders, obwohl sie das Selbe zeigen. Nur eben um 180 Grad gedreht. Es ist irritierend und faszinierend zugleich. Und manchmal muss man genau hinschauen, was am Bild nicht stimmt.
Ich bin immer der Meinung, dass es meinen Horizont erweitert etwas entgegen meiner Gewohnheit zu tun und lasse mich einfach gern überraschen.


In Betty Edwards Buch „Garantiert zeichnen lernen“ habe ich das erste Mal vom Negativ Zeichnen gelesen. Betty geht davon aus, dass Menschen, die glauben nicht oder nur schlecht zeichnen zu können, in Wirklichkeit nur nicht richtig sehen können.

Zu dem Thema habe ich noch ein schönes chinesisches Sprichwort gefunden »Wir sehen, was hinter unseren Augen ist.« 

Wer einen Stift benutzen und damit zum Beispiel seinen Namen schreiben kann, der kann auch zeichnen. Wenn wir Motive auf den Kopf stellen und sie dann zeichnen geht es nämlich ganz einfach, weil wir das Gehirn austricksen. Das Bild wird abstrahiert, wir sehen die tatsächlichen Formen und nicht das, was uns unsere Erfahrungen zeigen (um das Gehirn zu entlasten).
Probiert es aus, es klappt ganz sicher. Die Übungen in dem Buch sind didaktisch ganz wunderbar aufgebaut. Etwas Zeit braucht das Durcharbeiten aber schon und es macht keinen Michelangelo aus jedem. Richtig hinsehen und viel üben ist mindestens so wichtig wie Talent.


Und »Warum du es auch ohne Talent schaffen kannst«, weiß Illustratorin Alexandra Schulz, die das Blog Papieraugen schreibt.


Mit Negativmalerei beschäftigt sich Brenda Swenson (und noch mit ganz viel anderem). Ihr Blog ist eine Fundgrube für Mal- und Zeichentechniken und sie erklärt sehr detailliert.


Illustratorin und Graphic Novel Künstlerin Line Hoven hat die Kunst in schwarzen Schabkarton zu kratzen auf ein besonderes Level gehoben Unsere Sehgewohnheiten staunen sich durch ihre Bilder. Ich hatte 2012 das Vergnügen an einem Workshop von ihr teilzunehmen.


Der holländische Grafiker M.C. Escher trieb es auf die Spitze. Seine 2D-Zeichnungen halten uns ganz wunderbar zum Narren. Man muss dreimal hinschauen um zu verstehen wohin ein Bild führt.


Ein ausführliche und gut verständliche Erklärung unserer Sehgewohnheiten liefert Prof. Dr. Jörg Roche in einem Text, der für den Unterricht gedacht ist.


Und zum Schluss noch ein Link zu einem kurzen Beitrag über Sehgewohnheiten im Zusammenhang mit Schönheitswahn aus dem Focus.

Nach meinem Blogartikel werdet ihr die Welt vielleicht mit anderen Augen sehen, zumindest ein ganz kleines bisschen. Denn jeder Moment, jeder Gedanke, jede Information und jede Erfahrung verändern etwas :-)

06 März 2017

Kalligrafie: Palmer Method of Business Writing

 
In diesem Semester haben wir im Kalligrafiekurs von Jasna Wittmann gelernt nach der Palmer Methode zu schreiben.


Diese Handschrift verbreitete sich in den USA seit Ende des 19. Jahrhunderts, sie wurde in den Schulen unterrichtet und löste damit die schnörkeligere Spencerian ab.
Das Schriftbild wirkt harmonisch und beim Schreiben kommt man schnell in einen Rhythmus.


Als wir die ersten Buchstaben geübt haben, dachte ich, dass ich das nicht gut hinbekomme. Es war etwas mühsam, meine Hand verkrampft und es hat auch keinen Spaß gemacht.
Bei anderen Schriften lernt man meist ganz neue Buchstabenformen, was auch viel Zeit und Übung braucht, aber da ist es normal, quasi bei Null zu beginnen. Diese Schrift ist der eigenen Handschrift aber viel ähnlicher und es ist, als ob man ganz neu anfangen würde zu schreiben. Der Kopf und die Hand muss die eigene Handschrift ausblenden. Und man muss natürlich üben, üben, üben, wie bei allen Schriften.


Am Anfang haben wir zwischen 4 Linien geschrieben:
2 der Linien haben die x-Höhe der Kleinbuchstaben a, e, i, o, u, c, m, n, r, s, v, w und x definiert – 1 Linie die Oberlängen der Großbuchstaben und der Buchstaben b, f, h, k, l – und 1 Linie die Unterlängen von f, g, j, p, q, y, z und einigen Großbuchstaben. Dazwischen gibt es noch eine etwas niedrigere Höhe für d und t und auch das p tanzt etwas aus der Reihe.
Charakteristisch für die Palmer-Handschrift sind die sehr kleinen Kleinbuchstaben, sie messen nur etwa 1/3 der Höhe der Großbuchstaben. sowie die Schräglage und die Weite.


Nach einiger Zeit hatte ich den Bogen dann raus und es machte immer mehr Spaß die Schrift zu schreiben.
Ich habe mit Bleistift begonnen, bin dann zum Fineliner übergegangen, dann zum Füller und jetzt schreibe ich sie mit der Spitzfeder.
Ein wenig fühlt es sich an, als wenn man eine Handschrift fälschen würde.